Oldenburg - Bei der Tagung des Landesparlaments Niedersachsen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) haben sich die Delegierten am Sonnabend im Alten Landtag in Oldenburg kämpferisch gegeben. Sie forderten in Anwesenheit von Landes-Agrarminister Christian Meyer, den Fokus noch stärker auf eine umweltfreundliche Agrarwende des Landes richten.

„Insgesamt muss die Agrarwende deutlich schneller als bisher umgesetzt werden. Auch wenn es Fortschritte beim Tierschutz gibt, eine bessere Förderung der ökologisch orientierten Landwirtschaft eingeführt wurde und die Standards und Förderung für Massentierställe so verändert wurden, dass die Zahl der neu zugebauten Anlagen gesunken ist, bleiben die wichtigsten Aufgaben bisher unerledigt“, betonte der Nabu-Landesvorsitzende Dr. Holger Buschmann.

Diese Ausssagen dürften des Landwirtschaftsminister gut gefallen haben, hatten doch erst am Freitag Bauern bei einer Demonstration in Hannover Meyers Rücktritt wegen der drohenden Agarwende gefordert.

Nach wie vor steige, so Buschmann, in Niedersachsen die Zahl der Brunnen mit Pestizidrückständen und zu hohen Nitratwerten. Verursacher sei die intensive Landbewirtschaftung mit zu hohen Gülle- und Mineraldüngergaben. Das Agrarland Nummer 1 drohe im Umweltchaos zu versinken. Die Zeche dafür werde die Gesellschaft zahlen müssen. Das Land müsse seinen Einfluss auf Bundes- und EU-Ebene stärker geltend machen, um in der Subventionspolitik umzusteuern.

Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) bekräftigte bei der Tagung das Ziel, auf fünf Prozent der Waldfläche beziehungsweise auf zehn Prozent der öffentlichen Waldfläche eine natürliche Waldentwicklung zu ermöglichen.


Die Arbeit des Natuschutzbundes trägt Früchte. Wurden im Jahr 2000 in Niedersachsen 40 000 Mitglieder gezählt, so hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. „Wir waren im letzten Jahr bei 80 000 Mitgliedern, jetzt sind es fast 85 000“, so Buschmann. 10 000 Nabu-Mitglieder sind es derzeit im Oldenburger Land. Und immer mehr ehrenamtliche Akteure engagieren sich.