Stapelfeld - Mehr als 70 Jäger, Naturschützer, Grundbesitzer, Landwirte sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung haben jetzt an einem Seminar der Jägerschaften Cloppenburg und Vechta teilgenommen. Die Tagung zum Thema „Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen als Mittel zur Landschaftsgestaltung“ ging im Umweltzentrum Oldenburger Münsterland in Stapelfeld über die Bühne.
Heinz Kosanke von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Cloppenburg erklärte, dass die Eingriffsregelung seit mehr als 30 Jahren fester Bestandteil der Naturschutzrechts sei. Seien die Ausgleichsflächen früher häufig in das Eigentum der öffentlichen Hand überführt worden, so würden solche Naturschutzmaßnahmen heute gegen finanziellen Ausgleich auch auf Privatflächen angelegt. Bisher seien im Landkreis Cloppenburg mehr 300 Hektar Ersatzflächen geschaffen worden. Häufig würden dafür Flächen in Anspruch genommen, die eine nachrangige Bedeutung für die Landwirtschaft hätten.
Hermann Hasemann von der Stiftung Hof Hasemann aus Bramsche stellte am Beispiel seines elterlichen Hofes vor, wie Grundeigentümer dauerhaft attraktive Erlöse erzielen könnten, indem sie Ausgleichs- und Ersatzflächen zur Verfügung stellten. Zu seinen Kunden zählten nicht nur Gemeinden und Straßenbaubehörden, sondern auch Unternehmen wie die Deutsche Bahn. Die Vorstellung des Projektes fand so großes Interesse, dass in den nächsten Monaten ein Besuch auf dem Hof Hasemann in Bramsche organisiert werden soll. Anmeldungen nimmt die Umweltakademie unter
Wolfgang Ganser von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft aus Münster stellte Ausgleichsmaßnahmen wie zum Beispiel Brachestreifen oder Feuchtgrünland vor, die dem Rebhuhn oder Kiebitz dienten, ohne die Flächen dauerhaft der landwirtschaftlichen Nutzung zu entziehen.
Die Aktivitäten der Naturschutzstiftung des Landkreises Emsland zeigte der Geschäftsführer der Stiftung, Ludger Pott, auf. Die Stiftung verfügt mittlerweile über ein Vermögen von circa fünf Millionen€ Euro. Maßnahmen, die aus den Erlösen finanziert werden, reichen von Aufforstungen über den Bau von Fischtreppen bis hin zur Renaturierung von Hochmooren oder Fließgewässern.
„Die Eingriffsregelung und die dadurch umsetzbaren Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen können einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt in Cloppenburg und Vechta leisten“, meinte Hermann Wreesmann, Naturschutzobmann der Jägerschaft Cloppenburg. Gleichzeitig sei die Umsetzung derartiger Maßnahmen eine finanziell attraktive Alternative für Grundbesitzer oder Standorte, für die eine Intensivlandwirtschaft nicht in Frage kämen.
