Berne - Eine große Fläche oder viele kleine – für den Schutz des Wiesenbrüters in der Wesermarsch ist ersteres die bessere Variante. Auf dieser Erkenntnis basiert die Arbeit der Flächenagentur Wesermarsch. Wie Naturschutzprojekte umgesetzt und Ausgleichsmaßnahmen geplant werden, darüber informierte am Dienstagabend Jutta Krämer von der Flächenagentur im Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Wirtschaft und Tourismus.
Kein Flickwerk
„Wir wollen in erster Linie etwas für die Wiesenvögel tun. Ein Flickwerk aus kleinen Flächen nutzt da wenig. Besser ist es, eine große Fläche als Vogelschutzgebiet einzurichten“, erklärte sie. Ein Beispiel für die Umsetzung dieser Pläne ist der Flächenpool am Strohhauser Vordeich. Hier wird ein großes Gebiet renaturiert. Voraussetzung dafür war, dass die Grundstückseigentümer ihr Land an die Agentur verkaufen. Ist die Ausgleichsfläche ausgewiesen, werden die Flächen nicht sich selbst überlassen. „Es wird regelmäßig kartiert, welche Vögel dort brüten. So können wir prüfen, ob die Maßnahme gut angenommen wird und Erfolg hat“, berichtete Krämer. Insgesamt habe der Brutvogelbesatz zugenommen. Eine weitere Ausgleichsfläche liegt an der Storchenstation in Berne. Dort wurden die Gräben aufgeweitet, um einen besseren Lebensraum für Amphibien zu bieten und Wiesen angesät.
Durch den Bebauungsplan 45 „An der Weser“ muss auch die Gemeinde Berne Ausgleichsflächen stellen. Diese werden an der Angelkuhle bei Oldenbrok liegen, teilte Jutta Krämer mit. Dort soll auf 90 Hektar ein Hochmoorsockel renaturiert werden. Außerdem werden zwei Hektar Wald aufgeforstet.
Eine Ausgleichsmaßnahme will die Flächenagentur ab diesem Jahr auch in der Gemeinde selbst umsetzen. „Renaturierung statt Flächenkompensation“ lautet der Arbeitstitel. Ins Auge gefasst hat man eine Aufwertung der Ollen. „Der Stedinger Entwässerungsverband hatte uns darauf aufmerksam gemacht, dass es an vielen Stellen Uferabbrüche gibt“, erklärte Krämer. Für das Projekt wurden Fördergelder in Höhe von 330 000 Euro bewilligt. In diesem Jahr soll der Fluss entschlammt werden, anschließend werden Flachwasserbereiche angelegt und neue Pflanzen auf Röhrichtmatten eingesetzt. „Wir wollen die Vegetations- und Fischdichte erhöhen“, so Kramer. Ein ähnliches Projekt habe man bereits in Lemwerder umgesetzt.
Noch Möglichkeiten
Ratsherr Hauke Uphoff-Bartelds (Bündnis 90/Die Grünen) fragte nach, welche weiteren Flächen sich in Berne für Ausgleichsmaßnahmen der Flächenagentur eignen würden. „Voraussetzung ist erst einmal, dass die Eigentümer das Land verkaufen wollen“, erklärte Krämer. Sie sehe in Berne Möglichkeiten, die viele Grüppen und Gräben biologisch aufzuwerten, zum Beispiel für die Krebsschere. Diese Pflanze dient der Libellenart Grüne Mosaikjungfer als Lebensraum.
