Neerstedt - Es soll ein kleines Fest werden, ein kleines Erntefest. Keine große Sause, aber zumindest eine Zusammenkunft aller Kartoffelfreunde aus dem Oldenburger Land. Von 9 bis 14 Uhr öffnen die Journalisten, im Beisein der Junglandwirte, ihr Feld für die Bürger. Bei der Ernte dürfen sich nämlich alle Bürger bedienen – so lange der Vorrat reicht und kostenlos. Früher hieß das Kartoffelstoppeln. Da durften die Bürger dann die auf dem Feld liegengelassenen Kartoffeln aufklauben.
Hier eine Grafik zum Duell der Felder als PDF.
Beim Duell der Felder machen es die Akteure den Gästen einfacher. Jeder, der am Samstag zum Feld kommt und entsprechende Behälter oder Säcke dabei hat, kann sich direkt vom Feld bedienen. Eine spezielle Maschine holt die Kartoffeln aus der Erde und legt sie auf dem Damm ab. Unbedingt alte Kleidung und matschfeste Schuhe anziehen. Kartoffelstoppeln ist nichts für die feine Garderobe.
Die Waage entscheidet
Auf einer vorher abgesteckten Fläche kommt dann aber auch ein Vollroder zum Einsatz. Diese Maschine erntet die Kartoffeln vollautomatisch. Die auf dieser Fläche geernteten Kartoffeln werden gewogen und auf einen Hektar hochgerechnet. Das Ergebnis ist wichtig und wird am 23. September darüber entscheiden, wer das Duell-Feld als Sieger verlässt. Am 23. September ernten nämlich die Junglandwirte ihren Hektar, der direkt neben dem Feld der Redakteure liegt.
Das Duell der Felder läuft bereits seit Januar dieses Jahres. Die Junglandwirte aus dem Landkreis Oldenburg und Redakteure der NWZ sind in einen landwirtschaftlichen Wettstreit getreten. Es geht darum, ein Kartoffelfeld zu bestellen und die ertragsreichste Ernte einzufahren. Hintergrund der Aktion: Der Feldversuch soll die Journalisten für die Arbeit der Landwirte sensibilisieren. Im November werden die Junglandwirte dann einen Tag lang Zeitung machen.
Unterschiede auf dem Feld gibt es bislang auf beiden Seiten genug. Die Redakteure mit ihrem Experten Heiko Stolle haben die Kartoffeln vorkeimen lassen und sie per Hand in den Boden gesetzt. Die Junglandwirte haben im Vorfeld Gülle aufgebracht und eine vollautomatische Setzmaschine eingesetzt. Waffengleichheit herrschte bei der gepflanzten Sorte. Die Firma Europlant sponserte jeweils 2,5 Tonnen Saatgut der Marke Belana (festkochend).
Kampf gegen Käfer
Die Redakteure haben, genauso wie die Junglandwirte, einmal Mineraldünger aufgebracht. Zwei Mal wurde auf dem Zeitungsfeld gegen Krautfäule gespritzt, die Junglandwirte haben sechs Mal gespritzt und sind auch gegen den Kartoffelkäfer chemisch vorgegangen. Die Journalisten haben versucht, den Käfer per Hand vom Fraß abzuhalten – ohne Erfolg übrigens. Dementsprechend sah das Feld der Journalisten zuletzt auch aus. Die Krautfäule hatte die Pflanzen zerstört. Mitte August haben die Journalisten ihr Feld geschlegelt, sprich die braunen Pflanzenreste gekappt. Drei Wochen hatte die Kartoffel nun Zeit, im Boden eine Schale zu bilden.
