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Arbeitsvermittlung Einblick in landwirtschaftliche Betriebe

Marius Meyer

NEERSTEDT - „Es ist gut, einen Einblick zu bekommen“, ist Nicole Otocki sich sicher. Sie sei sich gar nicht bewusst gewesen, wie wichtig auch in der Landwirtschaft das wirtschaftliche Arbeiten sei und dass immer Kosten und Nutzen gegeneinander aufgerechnet werden müssten. Die 31-Jährige ist Fallmanagerin beim Jobcenter im Landkreis Oldenburg und besichtigt gerade mit 24 Kollegen von den Standorten Wildeshausen, Hatten und Sandkrug das Lohnunternehmen Kuhlmann/Spille in Neerstedt. Sie besichtigen die riesigen Traktoren, Saat und Erntemaschinen. Zuvor haben sie die Putenmast der Familie Vosteen besucht. Für die Bremerin Otocki war es das erste Mal, dass sie solch einen Betrieb von innen gesehen hat.

Sie glaubt, dass sie den Arbeitslosen jetzt besser vermitteln kann, wie Berufe in der Landwirtschaft aussehen. Das Verständnis für Agrar-Berufe zu erhöhen, das ist das Ziel des ungewöhnlichen Betriebsausflugs. Dieser führt nach dem Mastbetrieb und dem Lohnunternehmen auch noch zu dem Gartenbaubetrieb Schachtschneider.

Bessere Verknüpfung

Eingeladen zu der Informationsrundfahrt haben der Kreislandvolkverband und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Sie wollen so eine bessere Verknüpfung mit den Arbeitsvermittlern erreichen. „Das ganze Spektrum der grünen Berufe soll abgedeckt werden“, erklärt Landvolk-Geschäftsführer Bernhard Wolff. Deswegen steht demnächst auch die Besichtigung eines Milchbetriebs an.

Für später seien Besuche durch Arbeitslose selbst angedacht, erzählen Wolff und Sabine Behrens. Sie ist im Jobcenter für die Arbeitsmarktintegration zuständig. Dazu solle ein Pool aus Kunden gebildet werden, für die Jobs im Agrar-Bereich infrage kommen. „In der Landwirtschaft steigt der Bedarf an Mitarbeitern“, berichtet Wolff. „Die Betriebe wachsen, und gleichzeitig sind die Betriebsleiter zunehmend in der Verwaltung gebunden.“

„Spitzen brechen“

Dass ihr Unternehmen von der Besichtigung durch die Besichtigung der Arbeitsvermittler profitiert, hofft Anke Spille. Sie leitet den Lohnbetrieb zusammen mit ihrem Mann Reiner. Sie erklärt: „Die Jobcenter-Leute müssen wissen, was für Anforderungen wir haben.“ Der Lohnbetrieb habe etwa 30 feste Mitarbeiter, brauche aber gelegentlich weitere Kräfte, um während der Erntezeit „Spitzen zu brechen“. Es sei aber dann schwierig, entsprechend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. So könne nicht jeder, der schon mal einen „kleinen“ Traktor gefahren sei, auch die großen Zugmaschinen steuern, mit denen in ihrer Firma gearbeitet wird.


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