NEERSTEDT - Am Sonntag wird der Neerstedter Wolfram Specht 80 Jahre alt. Er feiert seinen runden Geburtstag mit Angehörigen, Nachbarn und Freunden im Schützenhof Dötlingen. Rund 80 Gäste sind geladen. „Wenn einem die Gnade vergönnt ist, das fortgeschrittene Alter zu erleben, dann spürt man, dass die Zeit ein kostbares Gut wird“, so der Jubilar, der immer noch einen ziemlich vollen Terminkalender hat.
Specht, der von 1976 bis 2001 für die CDU im Dötlinger Gemeinderat saß und von 1981 bis 2001 auch dem Kreistag angehörte, sowie 30 Jahre Mitglied im evangelischen Kirchenrat war, steht immer noch an der Spitze der Senioren-Union Dötlingen, die er 2003 mitbegründete.
Auf Kreisebene ist er bei den CDU-Senioren als Schriftführer tätig. Für sein enormes, ehrenamtliches Engagement erhielt er im vergangenen Jahr das Bundesverdienstkreuz am Bande. „Man profitiert aber auch im Alter von den Kontakten, die man sich im Laufe der Jahre in Politik und Kirche erarbeitet hat“, sagt Specht und verweist auf Einladungen zu Bildungsangeboten, beispielsweise der Konrad-Adenauer-Stiftung, die er gern wahrnimmt.
Ansonsten beschäftigt sich der ehemalige Landwirt in Haus und Garten – Hofplatz fegen, Holz hacken für den Kaminofen, Protokolle am Computer schreiben, im Internet surfen und vor allem Fotografieren. Tausende von Dias lagern in seinem Arbeitszimmer. Auch mit der Digitalkamera ist er unterwegs. „Auf jedem Dorfstraßenfest zeige ich Fotos von der Vorjahresfeier“, berichtet er.
Aufgewachsen ist Specht als Sohn eines Försters im Kreis Görlitz. „Das Forsthaus lag 20 Kilometer östlich der Oder-Neiße-Linie“, so Specht. Im Februar 1945 flüchtete der damals 15-Jährige mit seiner Familie vor den Russen nach Bayern, wo sie auf einem Bauernhof Unterkunft fand. In der dreijährigen Mitarbeit auf dem Hof entdeckte er die Lust zur Landwirtschaft. Ein Bekannter vermittelte ihm eine Lehrstelle auf dem Hof der Familie Geerken in Barel, Gemeinde Dötlingen.
Er beendete die Ausbildung mit der Meisterprüfung und wurde durch die 1954 geschlossene Ehe mit der Hoferbin Lisa Heinefeld in Neerstedt als Landwirt sesshaft. Bis 1989 bewirtschafteten beide die Hofstelle. Danach wurde das Land verpachtet. Das Paar hat drei Söhne und eine Enkeltochter.
