NEERSTEDT/KüHLINGEN - Ans Aufhören denkt Egon Strudthoff aus Neerstedt nicht. Dafür macht ihm sein Beruf als Milchleistungsprüfer im Bezirk Geveshausen zu viel Freude. Seit 40 Jahren ist er nun bereits für den Milchkontrollverein Wardenburg tätig, ein Jubiläum, das er im Kreise seiner Familie, Freunde und Arbeitskollegen feierte.
Überraschung im Melkhus
Im „Melkhus“ auf dem Hof von Tochter Karin Wiljens und Ehemann Hans-Gerd in Kühlingen erschienen auch Strudthoffs Chef, Oberleistungsprüfer Ewald Cramer, und Andreas Vogel, Leistungsinspektor für Milch bei der Landwirtschaftskammer Oldenburg, um den Jubilar zu überraschen. Cramer überreichte eine Ehrenurkunde, Vogel ein Präsent. „Als ich das Amt vor 40 Jahren übernommen habe, hat mich mein Amtsvorgänger Wilhelm Helmbold aus Wehe zwei Tage im Dienst begleitet und dann bin ich allein losgegangen“, erinnert sich Strudthoff. 36 Milchviehbetriebe gehörten anfangs zu seinem Kontrollbereich, die in der ersten Zeit alle drei Wochen kontrolliert wurden. „Ich war in der ersten Zeit an einem Tag oft auf drei Betrieben, von denen etliche nur zwei bis vier Kühe hatten", weiß er zu berichten.
Zeit hat sich geändert
Die Zeiten haben sich enorm geändert. „Im Moment habe ich noch neun Milchviehhalter zu kontrollieren. Zu meinem Kontrollbereich gehört auch ein Milchviehbetrieb in Kirchhatten und einer in Großenkneten", erklärt Strudthoff. Aus finanziellen Gründen wurden die Kontrollen vor vielen Jahren auf zwölf Mal pro Jahr und zuletzt auf elf Mal reduziert, berichtet Andreas Vogel. „Wir haben uns da den anderen Bundesländern angepasst", sagt er.
Ergebnisse per E-Mail
Die Milchproben, die Strudthoff bei seinen Kontrollen entnimmt, wandern in eine Kiste und gelangen mit den Milchsammelwagen zur Molkerei Ammerland. Die Bauern erfahren dann per E-Mail oder per Brief die Werte vom Rechenzentrum in Verden. Die Milch seiner eigenen Kühe darf Egon Strudthoff nicht kontrollieren. Dafür ist sein Kollege Uwe Behrens aus Streekermoor zuständig. Ans Aufhören denkt Egon Strudthoff, Jahrgang 1946, nicht. „Ich möchte weitermachen, so lange es die Gesundheit zulässt.“
