NEERSTEDT/LANDKREIS - Bereitwillig bekamen die Verbraucher auf den vier Höfen Auskunft. Minister Ehlen lobt das großartige Engagement.
Von Stefan Idel
NEERSTEDT/LANDKREIS - Um Komplimente war Niedersachsens Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen gestern nicht verlegen: „Hier hat sich ein Dorf in Schale geschmissen, als wäre es auf Brautschau“, lobt der CDU-Politiker die zahlreichen Stände und die Aktivitäten vieler ehrenamtlicher Helfer beim „Tag des offenen Hofes“ in Neerstedt. „Ich erlebe hier heute den wahrscheinlich schönsten Tag des Jahres“, meinte der Landwirt aus Kalbe (Rotenburg/W.), der gemeinsam mit seiner Frau Monika nach Neerstedt gekommen war. Ehlen eröffnete gemeinsam mit Landvolk-Präsident Werner Hilse stellvertretend für alle Höfe in Niedersachsen die Veranstaltung. Sie wiesen ebenso wie Landrat Frank Eger darauf hin, wie wichtig die Nähe von Erzeugern und Verbrauchern ist.Und mehr als 10 000 Menschen nutzten das Bilderbuchwetter, um sich über die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft zu informieren. Die Dorfstraße glich zeitweise der Fußgängerzone einer Metropole. Ob Café, Infostand oder Spieleparcours – überall drängten sich Menschen, um mitzumachen. Die Landjugend Dötlingen verkaufte Milchreis mit Kirschen. Auch die 27 Helferinnen am Stand der Landfrauen hatten alle Hände voll zu tun, um Stücke von den mehr als 190 Platten mit Erdbeerkuchen an ihre Kunden zu verkaufen. Die Aussichtsgondel, die an einem Hüffermann-Kran in luftige Höhen gezogen wurde, war ebenso begehrt, wie das Quat-Fahren auf dem Gelände des Hofes Haske.
Bereitwillig öffneten die Landwirte ihre Ställe und gaben den Verbrauchern Auskunft. So wies H. Georg Goedecke, Geschäftsführer der Nafgo auf die zunehmende Bedeutung der Hanfverarbeitung hin. Mittlerweile bestehe die Innenverkleidung unserer Autos zu fast 90 Prozent aus Naturfasern. Bei der Verarbeitung in seinem Betrieb fallen pro Jahr 240 000 Tonnen Staub an. Auch die vier weiteren Betriebe an der Dorfstraße, der Hof Gernot Kuhlmann, der Familienbetrieb Haske und das Lohnunternehmen Kuhlmann, fanden so viel Zuspruch wie selten zuvor. Und ein besseres Kompliment konnte den Veranstaltern wohl kaum jemand machen als der kleine Tim. Nach dem Streicheln eines Kalbes fragte er: „Können wir morgen wiederkommen?“
