NEERSTEDT - Seit rund einem Jahrzehnt gibt es das „Peer-Review-Verfahren“ der Deutschen Rentenversicherung. Dieser Vergleich dient bundesweit der Qualitätssicherung bei den klinisch-rehabilitativen Einrichtungen. Die Fachklinik Oldenburger Land mit dem Standort Neerstedt hat dabei schon immer sehr gut abgeschnitten. Jetzt liegen die Zahlen für 2007/2008 vor, und die Neerstedter können sich gar über einen Spitzenplatz freuen. Unter 210 teilnehmenden Suchtkliniken haben sie den vierten Platz belegt. Chefarzt Dr. Wolfgang Schmidt und Frank Wieck, Koordinator Verwaltung/Qualitätsbeauftragter, stellten die Zahlen jetzt vor.

„Diesem Verfahren kann sich niemand entziehen“, erklärte Schmidt, dass die Teilnahme letztlich Voraussetzung ist, um von der Rentenversicherung als Einrichtung anerkannt und mit Patienten „belegt“ zu werden. Insgesamt sieben Kriterien werden beurteilt. Bei einem Punkt, den „weiterführenden Maßnahmen, belegten die Neerstedter sogar den ersten Platz. In allen weiteren rangieren sie in der Spitzengruppe. Die weiteren Kriterien sind: Anamnese (Vorgeschichte), Diagnostik, Therapieziele und Therapie, klinische Epikrise (Rückblick/Interpretation des Krankengeschehens), sozialmedizinische Epikrise und gesamter Reha-Prozess.

Die Fachklinik hatte 20 Berichte eingereicht, die in eine „Blackbox“ kommen und anonymisiert werden. Erfahrene Reha-Mediziner des jeweiligen Fachbereiches (Peers) begutachten dann die ärztlichen Entlassungsberichte und die Therapiepläne der Rehabilitanden. Diese Analysen beruhen auf einer Checkliste qualitätsrelevanter Merkmale sowie einem umfangreichen Handbuch. Die Gutachter werden in mehrtägigen Schulungen auf diese Tätigkeit vorbereitet.

Dr. Schmidt zählt selber zu den Gutachtern. 20 bis 25 Seiten gelte es pro Patient durchzuarbeiten, berichtet er. Mit dem Abschneiden der Fachklinik zeigte er sich sehr zufrieden. Da sich das Niveau in den vergangenen Jahren deutlich nach oben geschoben habe, werde es immer schwieriger, auch in der Spitzengruppe zu bleiben. Für die 35 Mitarbeiter in Neerstedt sei das Ergebnis auch eine Bestätigung der sehr praktisch angelegten Arbeitstherapie vor Ort, so Schmidt und Wieck.

Neben dem Peer-Review-Verfahren gibt es noch weitere Kontrollen durch die Rentenversicherung, so unangekündigte Visitationen sowie viele weitere Vorgaben und Richtlinien.


Drei Abteilungen in Neerstedt

Die Fachklink Oldenburger Land ist eine stationäre Behandlungseinrichtung für alkohol- und/oder medikamentenabhängige Frauen und Männer ab 18 Jahren (bei Hörgeschädigten ab 14 Jahren). Sie verfügt über insgesamt 75 Behandlungsplätze in Oldenburg. Ofener Straße 20, und in Neerstedt, Neerstedter Straße 9. Die Fachklinik in Neerstedt ist der weitaus größere Standort der Fachklinik, die die Diakonie betreibt. Hier gibt es 49 Plätze. 33 Plätze entfallen auf die Abteilung Huntetal, acht Plätze auf „to hus“ und acht Plätze auf die Abteilung Hörgeschädigte. Die Fachklinik ist 1996 aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Fachkrankenhäuser to Hus und Ofener Straße 20 entstanden.