NEERSTEDT - „Sie stellen viele und sehr detaillierte Fragen“, lobt Reent Martens das Interesse der US-amerikanischen Besucher. Der Mitarbeiter der Landschaftskammer Niedersachsen organisierte eine Führung bei der Neerstedter NAFGO GmbH – ein Hanfverarbeitungsbetrieb – für 14 Studenten und zwei Professoren der South Dakota State University in Brookings.

Den Studenten und Akademikern wurden nachwachsende Rohstoffe anschaulich in dem Neerstedter Betrieb vorgestellt. Vor Ort wurde ihnen gezeigt, wie das Hanf verarbeitet wird. Das Angebot der GmbH reicht vom Hanffaseraufschluß bis zur Herstellung von Naturfaserfliesen für Industrie und Tierbedarf. „Wir haben nichts Vergleichbares in Amerika“, so die 21-jährige Jackie. In den USA sei die Verarbeitung von Hanf verboten, weiß Martens.

Ein paar Stunden ließen sich die weitgereisten Besucher den Betrieb, die Produkte und die Abläufe erklären und durften den Arbeitern auch einmal über die Schulter schauen. Dann mussten sich alle schon wieder für die Abfahrt bereit machen. Ihr Begleiter, der Brettorfer Dieter Kückens, hat ein volles Programm für die Studenten vorbereitet.

Berlin, Bremen und Brüssel werden sie am Ende ihrer zehntägigen Reise gesehen haben. „Es ist toll, Städte und gleichzeitig kleine Ortschaften kennen zu lernen“, ist der 22-jährige Brett begeistert von den bisherigen Stationen ihrer kleinen Europatour.

„Wir brauchen uns um nichts zu kümmern“, lobt der Professor aus South Dakota, Evert Van der Sluis, das Programm, das Dieter Kückens ausgearbeitet hat. Kennen gelernt haben sie sich bei einem Austauschprogramm in den USA und organisieren bereits zum zweiten Mal solch eine Reise für amerikanische Studenten. Bevor die Besucher am Ostersonntag ihre Heimreise antreten, geht es unter anderem noch nach Den Haag, Amsterdam und in das Europäische Parlament nach Brüssel. Ein Fazit ziehen die Besucher bereits jetzt: „We love Germany“.