NEERSTEDT - Das Millionenprojekt steht kurz vor dem Abschluss: Über mehrere Jahre wurde die Hauptstraße in Neerstedt schrittweise ausgebaut. Zwei Meter breite Radwege an beiden Seiten säumen nun die viel befahrene Hauptstraße im Ortskern. Zudem fließt der Verkehr jetzt in einen hübsch bepflanzten Kreisel statt in eine viergliedrige Kreuzung. Überdies wurde die Straßenbeleuchtung erneuert.
Und wie finden die Neerstedter das? DieNWZ
hakte nach: Polizeikommissar Siegfried Stolle hält den Umbau für eine gute Wertsteigerung des Ortes. Sie trage erheblich zu einem besseren Bild der Gemeinde bei. Stolle verweist auch auf die Verkehrssicherheit: „Es gibt nichts Besseres als einen Kreisel, weil er den Zulauf annimmt und der Verkehr dadurch fließender und sicherer wird.“ Davon ist auch Walter Löhlein überzeugt. Als fraktionsloses Mitglied des Gemeinderats erwähnt er aber auch die noch bestehenden Unsicherheiten einiger Fahrer. Er hat beobachtet, dass sich einige Autos oft zurückhalten, obwohl die Kraftfahrzeuge im Kreisel Vorfahrt gegenüber den Radfahrern und Fußgängern haben. Der 55-jährige Politiker erzählt: „Der einzige Nachteil bei dem Kreisel ist die Abschrägung der Wege zur Straße hin, die für Rollstuhlfahrer ohne elektrischen Motor einen zusätzlichen Kraftaufwand erfordern. Eine gewisse Schräge ist jedoch erforderlich, damit das Regenwasser abfließen kann.“Dies wird vor allem für die Senioren von Bedeutung sein, da die vier Neubauten für betreutes Wohnen für ältere Menschen der Wildeshauser Firma Müller Immobilien voraussichtlich im Frühjahr 2011 fertig sein werden.
Der 38-jährige Rico Scholz, Inhaber des Friseursalons an der Hauptstraße, betrachtet die Neuerung im Ganzen als positiv: „Im Rahmen der Dorferneuerung ist der Bau sicherlich gut.“ Er war allerdings auch mit der vorherigen Lösung zufrieden. Im anliegenden Geschäft „Modewürfel“ schwärmen die Mitarbeiterinnen von der „tollen Optik“ und halten das Geld für richtig eingesetzt in der neu angelegten Straße
Auch die Jugend in Neerstedt hat nichts gegen die Arbeiten einzuwenden. Die 16-jährige Schülerin Sarah Natenstedt „stört die neu angelegte Straße nicht“. Die Bürger der Gemeinde ziehen also eine positive Bilanz des kostspieligen Umbaus. Allein der Kreisel hat 620 000 Euro gekostet. Landschaftsgärtner Timo Frommberger hebt mit dem Bagger die Erde für den anzulegenden Grünstreifen aus. Der 20-Jährige berichtet, dass die künftige Buchenhecke mit Rindenmulch abgedeckt werden soll, um Unkrautwuchs zu vermeiden.
