Nethen/Neuenkruge - Die Landwirtschaft steht in der Kritik. Manfred Gerken, Vorsitzender des Ammerländer Landvolkverbandes, weiß das. „Verunglimpfung“ nennt er das, was viele Landwirte zu hören bekommen – „Bauern-Bashing“ sei das, sagt Gerken. Auch im Ammerland hätten Kinder von Landwirten deshalb schon die Schule wechseln müssen. Gerken wirbt dafür, dass sich Menschen, die heute keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft haben, selbst ein Bild machen sollten. „Wir haben nichts zu verbergen.“
Frühstück sucht Gast: Alle zwei Jahre findet diese Aktion des niedersächsischen Landfrauenverbandes statt. Am Sonntag, 7. Juli, beteiligen sich auch im Ammerland wieder zwei landwirtschaftliche Betriebe und öffnen von 10 bis 13 Uhr die Hoftore und Gärten.
Angemeldete Teilnehmer erhalten ein Frühstück mit regionalen und saisonalen Speisen und bekommen bei einer Hofführung Einblick in die Landwirtschaft. Die Teilnahme kostet für Erwachsene 15 Euro pro Person und enthält Frühstück und Führung. Kinder zwischen sieben und vierzehn Jahren zahlen einen Euro pro Lebensjahr. Kinder bis sechs Jahre nehmen kostenlos teil.
Anmeldungen sind direkt bei den teilnehmenden Betrieben möglich. In Nethen öffnet Familie Höpken ihren Hof (
Die Möglichkeit dazu besteht am 7. Juli bei der Aktion „Frühstück sucht Gast“ (siehe Infokasten). Zwei Betriebe aus dem Ammerland sind dabei, einer ist der von Kirsten und Arnd Höpken an der Kreyenstraße in Nethen. Dort stellten Landvolk und Landfrauen die Aktion vor.
„Wir könnten hier gar nichts verbergen“, sagt Landwirtin Kirsten Höpken allein schon mit Blick auf die Lage ihres Hofes direkt an der Straße. „Hier halten auch mal Berliner und fragen, ob ihre Kinder die Kälber sehen dürfen“, erzählt Kirsten Höpken, die so etwas gerne möglich macht. Seit 1794 ist der Hof im Familienbesitz, Schwerpunkt ist heute die Milchviehhaltung. 155 Kühe und 145 Tiere in der Nachzucht halten Höpkens, 115 Hektar Fläche bewirtschaften sie. Den größten Anteil bilden Grünland und Ackergras.
Wenn Kirsten Höpken hört, dass Landwirte doch Tierquäler seien, trifft sie das besonders hart. „Ich war immer auf dem Bauernhof, ich kenne jedes Tier.“ Ihren Kühen lasse sie sogar homöopathische Behandlungen zukommen. Und bei Durchfall erhielten die Kälber pürierte Karotten statt Medikamente.
Offen sein, informieren, Transparenz schaffen: Darum habe sie sich entschieden, bei „Frühstück sucht Gast“ mitzumachen, sagt Kirsten Höpken. Am 7. Juli können Besucher sich davon selbst ein Bild machen und beim Frühstück auch gleich auf den Geschmack kommen.
