Bonn/Oldenburg - Im Streit um den richtigen Weg beim Ausbau des schnellen Internets hat die Deutsche Telekom jetzt Rückendeckung von der Bundesnetzagentur erhalten. Selten hätten sich so viele unter dem Schild des Wettbewerbs versammelt und am Ende doch ihre eigenen betriebswirtschaftlichen Interessen verfolgt, sagte deren Präsident Jochen Homann dem „Handelsblatt“.

Zugleich verteidigte er die umstrittene Entscheidung seiner Behörde, der Telekom weitgehend exklusiv die Aufrüstung des herkömmlichen Kupfernetzes mittels der „Vectoring“-Technik zu gestatten. „Unsere Entscheidung leistet einen weiteren Beitrag zur Erreichung der Breitbandziele der Regierung“, beteuerte er.

Die Telekom hatte zugesichert, bis Ende 2018 alle nicht versorgten Gebiete im Nahbereich um den Hauptverteiler an das schnelle Netz anzuschließen und Geschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde zu gewährleisten.

Befürchtungen von Wettbewerbern, dass die Entscheidung der Behörde zu einer Re-Monopolisierung führe, wies Homann zurück. Dazu werde es nicht kommen. Die Anbieter könnten über ein Alternativprodukt der Telekom direkt an die Kunden herantreten.

Die Oldenburger EWE, die zu den schärfsten Kritikern der Entscheidung der Netzagentur zählt und im Vorfeld ein eigenes Ausbauangebot für ihr Netzgebiet unterbreitet hatte, wies dies zurück. „Der Infrastrukturwettbewerb wird durch diese Entscheidung nicht gefördert“, sagte ein Sprecher. Der Zugang werde für Mitbewerber deutlich eingeschränkt. Zudem erklärte er, dass „selbstverständlich“ alle Marktteilnehmer, die Telekom eingeschlossen, betriebswirtschaftliche Interessen hätten. „Volkswirtschaftlich war unser Angebot für die Region aber eindeutig das Beste“, sagte er.