Oldenburg - Das Netzwerk für Alleinerziehende steht dauerhaft: Nach dem Ende der Förderperiode für die Projekte „Zentrum für Alleinerziehende“ (Zentrall) und „Alleinerziehende über Bildung in Betriebe“ (A2B) haben Oldenburger Institutionen die Weiterführung der Arbeit gesichert. Die künftige Koordination der Netzwerkarbeit, in der sich inzwischen elf Organisationen dauerhaft austauschen, haben das Jobcenter und das Frauenbüro der Stadt übernommen.

Wie berichtet, hatte das Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) die beiden Projekte mit Mitteln vom Bund für Oldenburg umgesetzt. Im September 2009 startete das Projekt „Zentrall“, das ab Dezember einen Treffpunkt in einem ehemaligen Möbelhaus in der Bergstraße einrichtete. 400 alleinerziehende Frauen im Hartz-IV-Bezug wurden dort betreut – wobei das der falsche Begriff ist. Von Anfang an ging es dort darum, mit den Frauen gemeinsam, passende Perspektiven zu erarbeiten. Eine Gruppe stellte den „Kompass für Alleinerziehende“ zusammen. Eine Broschüre, die in stets neuen Auflagen erscheint und alle Anlaufadressen für Alleinerziehende auflistet.

Nach dem Auslaufen der Bundesförderung sind im Jobcenter und in der Arbeitsagentur eigene Teams für Alleinerziehende eingerichtet worden, was den Fluss der gewonnenen Erkenntnisse in den Alltag sichert.

Gleichzeitig hat sich unter der Regie des BNW ein Netzwerk gebildet, das das Thema Alleinerziehende in das Bewusstsein der unterschiedlichsten Akteure gebracht hat. Als „nahezu historisch“ gilt, dass es erstmals gelungen ist, die Oldenburger Kammern zu einem Treffen zusammenzubringen. Dabei ging es laut BNW-Projektkoordinatorin Petra Welzel um die Möglichkeiten von Teilzeitausbildungen. Sie würden Alleinerziehenden die Möglichkeit geben trotz zeitlicher Einschränkungen eine Ausbildung oder Umschulung zu machen – und den Betrieben so dringend benötigte Fachkräfte sichern. „Der Bedarf wird erkannt“, sagte Welzel.

Welzel sieht darin eine Schlüsselfunktion des Netzwerks: „Nur darüber gelingt es, Arbeitgeber für die Probleme und Fähigkeiten Alleinerziehender zu sensibilisieren.“ Das BNW sei in dieser Hinsicht auf sehr viel Offenheit der Beteiligten gestoßen: „Das ist in anderen Städten nicht unbedingt so gewesen.“


Eine Besonderheit: Auch das Gesundheitsamt ist mit seinem Leiter Dr. Franz Bazoche im Netzwerk vertreten. Ausdrücklich werden damit auch die Belastungen Alleinerziehender als Thema der Arbeit verankert.