Wildeshausen - Unter den Füßen knirscht der Kies, die Rasenflächen sind akkurat gemäht, kleine Brücken führen über eine Bäke und im Schatten hundertjähriger Bäume steht eine edle Holzbank. Was auf den ersten Blick aussieht wie eine Parklandschaft, ist ein Neubaugebiet.

Nicht nur das viele Grün unterscheidet Spascher Sand vor den Toren Wildeshausens von anderen Neubaugebieten. „Genau genommen sind wir ein Resort“, sagt Marketing-Direktor Ingo Stritter. Im Gegensatz zu anderen Maklern will er keine Grundstücke verkaufen, sondern eine Lebenseinstellung. Das noble Wohnen auf dem Lande für betuchte Familien, die Natur, Ruhe und Exklusivität jenseits des gerade groß postulierten Trends zur Urbanität suchen. „Es gibt durchaus Menschen, denen es in der Stadt zu eng, zu laut und zu hektisch ist. Denen wollen wir eine Oase bieten.“

Das bedeutet nicht, dass am Spascher Sand kein Leben wäre. Eigentlich findet sich dort sogar eine Menge.

Denn das Investorenpaar Rixen aus Solingen hatte ursprünglich nur eine Privatschule geplant. Daraus sind Kindergarten, Grundschule und eine Integrierte Gesamtschule entstanden, an der man bald auch sein Abitur machen kann. „350 Kinder aus der gesamten Region lernen hier“, sagt Pressesprecherin Petra Sechting.

Aus der Schulidee, die hier Campus heißt, entwickelte sich die Vision eines Resorts. Und mit dem Zukauf ehemaliger Bundeswehr-Liegenschaften wuchs der Spascher Sand auf 90 Hektar Gesamtfläche.


Drei Seen sind in der Parklandschaft vorgesehen, der erste ist bereits fertig. Um ihn herum gruppieren sich die ersten 23 Grundstücke. „Die am See sind alle bereits verkauft“, sagt Stritter. Etwa die Hälfte der Flächen im ersten Abschnitt hat er an Interessenten aus der ganzen Republik verkauft. Der nächste See ist schon ausgehoben, 2014 soll dort der zweite Bauabschnitt parzelliert werden.

Dazu plant man in Wildeshausen noch ein Wellness-Zentrum, einen kleinen Marktplatz mit Gastronomie und hochwertigem Einzelhandel. Einen Golfplatz gibt es gleich in der Nachbarschaft. Reitställe sind auch vorhanden. Und sogar ein eigener Wald.

„Wir sind keine Immobilienentwickler, sondern bleiben hier“, betont Stritter. Denn im Spascher Sand können die Bewohner nach dem Kauf eine ganze Reihe von Dienstleistungen zubuchen – von der Gartenpflege über den Babysitter bis zu Einkaufsdiensten oder Flughafentransfer. Das Ressort hat seine eigene Müllabfuhr, die privaten Straßen sind Anwohnern (und ihren Besuchern) vorbehalten.

Wer dort nicht wohnt, kann nur zu Fuß oder mit dem Rad die Anlage erkunden. Was gerade an Wochenenden viel passiert, zumal die ersten Häuser bereits bezogen oder im Bau sind.

Die Grundstückskäufer stammen keineswegs nur aus der Region. „Wir haben unter den Interessenten viele, die mal im Ausland gelebt haben und daher den den Resort-Gedanken kennen“, sagt Stritter. Für die ist Bremen und der Flughafen noch nah genug. In der nahen Kreisstadt Wildeshausen kann der tägliche Bedarf gedeckt werden. „Aber trotzdem lebt man mitten in der Natur mit Ruhe und guter Luft“, meint Stritter. Und das spreche gut betuchte Menschen an, die den Ruhestand bereits im Blick haben und raus wollen aus den Ballungszentren. Die andere Interessengruppe ist ebenfalls gut betucht, aber deutlich jünger. „Das sind dann Familien mit Kindern, die unser Privatschul-Konzept begeistert und die ihre Kinder nicht in einer Großstadt aufwachsen lassen wollen.“

Die Idee eines Resorts bedeutet für die Käufer aber auch gewisse Einschränkungen. Die Bauten ähneln sich. Bauhaus-Architektur neben Toskana-Villa ist nicht gewollt.

Der einheitliche Country-Stil ist in der Gestaltungssatzung festgelegt. Auch die Größe der Bebauung ist abhängig vom Grundstück. Mannshohe Zäune oder Mauern sucht man vergebens – Privatsphäre schaffen die Gartenarchitekten durch entsprechende Bepflanzung.

Das Konzept hat seinen Preis. Unter einer halben Million ist kein Haus zu haben, und nach oben ist reichlich Luft. Dafür knirscht dann auch der Kies unter den Füßen wenn man durch die Parklandschaft lustwandelt.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland