Bookholzberg - Mehr als 80 neue Häuser sind in den vergangenen Jahren in den Neubaugebieten rund um die Hutfilterstraße in Bookholzberg entstanden: Überwiegend junge Familien mit Kindern haben dort ein Zuhause gefunden – und viele von ihnen sorgen sich mehr und mehr um die Verkehrssicherheit. „Hier gilt zwar überall Tempo 30“, sagt eine Anwohnerin, „aber daran halten sich viele Autofahrer nicht!“

Die Anlieger haben eine klare Zielvorstellung: Ihr Wohngebiet soll nur noch aus verkehrsberuhigten Spielstraßen bestehen. Der Bookholzberger Ratsherr Otto Sackmann hatte einen entsprechenden Antrag in der vergangenen Woche an die Gemeinde gerichtet: Vollersweg, Hutfilterstraße, An der Pferdekoppel, Zur Pferdeweide, Löwenzahnweg und Vor dem Moore sollten allesamt als Spielstraßen gewidmet werden.

„Damit hätten wir hier eine verkehrssichere Einheit“, erklärt Ronald Junge, der selber an der Hutfilterstraße wohnt. Und der Bereich würde sich gut einfügen in die rundherum vorhandenen verkehrsberuhigten Straßen Fliederstraße, Am Wiesenrand, Hermelinweg und Am Sonnenhügel. Weitere Spielstraßen gebe es noch weiter östlich (Zum Dreieck und Brinkmannsweg).

Von politischer Seite sei argumentiert worden, so Junge, die fehlenden Möglichkeiten zur Anlegung markierter Parkflächen in den betreffenden Straßen stehe der Ausweisung von Spielstraßen im Wege. Dieses Argument will er aber nicht gelten lassen: Es gebe genügend Stellflächen im gesamten Bereich.

Besonders die Hutfilterstraße, so sehen es deren Anwohner, werde von Autofahrern gern als schnelle Verbindung zwischen dem östlichen Bookholzberg und der Harmenhauser Straße genutzt. „Die Nutzhorner Straße ist oft mit Autos zugeparkt, dann fahren die Leute lieber bei uns durch“, beklagt Junge.


Sein Nachbar Günter Kathmeyer hat sich einmal die Mühe gemacht und gezählt: Mehr als 60 Fahrzeuge, darunter auch Lkw, seien innerhalb einer Stunde durch die Hutfilterstraße gefahren. Vor allem morgens herrsche viel Verkehr durch Berufspendler und Eltern, die den Kindergarten am Vollersweg ansteuerten. Die Gemeinde, berichtet Junge, sei bei einer Verkehrszählung vor einigen Jahren auf relativ geringe Zahlen gekommen. „Aber da wurde in den Sommerferien. gezählt – das war eine Lachnummer.“