Nordenham - Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter haben im Internet Konjunktur. Auch der Gesundheitssektor hat soziale Netzwerke für sich entdeckt. Kooperationen zwischen Pflegeeinrichtungen und Pflegeschulen eröffnen beispielsweise neue Perspektiven in der Ausbildung von dringend benötigtem Nachwuchs.
Das Vita-Forum an der Sophie-Scholl-Straße geht jetzt ebenfalls diesen Weg und hat am Mittwoch gemeinsam mit zwei Pflegeschulen die Gründung eines solchen Netzwerkes besiegelt.
Das erst im März nach einem Jahr Bauzeit und viereinhalb Jahren Planung eröffnete Pflegezentrum kooperiert künftig mit der evangelischen Altenpflegeschule in Oldenburg und den Berufsbildenden Schulen des Landkreises Wesermarsch (BBS). Die drei Einrichtungen werden ab sofort gemeinsam in der Ausbildung von Altenpflegern und Pflegeassistenten zusammenarbeiten. „Wir wollen etwas gegen den Fachkräftemangel in der Wesermarsch tun“, sagte Karolin Zöllner, Assistentin der Geschäftsführung im Vita-Forum.
Noch in diesem Jahr fangen zwei Pflegeassistenten und ein Altenpfleger die zwei- und dreijährige Ausbildung in der Nordenhamer Einrichtung an. Im kommenden Jahr sollen es bereits drei Assistenten und zwei Pfleger sein, so Karolin Zöllner.
„Wir haben den Anspruch, die Auszubildenden zu übernehmen“, so die Mitarbeiterin der Geschäftsführung. Schließlich wachse die Zahl der Patienten, und der Bedarf an spezialisierten Fachkräften sei groß.
28 Bewohner betreut
Ein halbes Jahr nach der Eröffnung des Vita-Forums werden bereits 28 Bewohner in der Einrichtung betreut. Sie sind in drei Wohngruppen untergebracht. Tendenz steigend. „Wir haben Kapazitäten für 72 Bewohner“, sagte Pflegedienstleiterin Elke Haubold. Menschen ab dem 65. Lebensjahr mit psychischen Erkrankungen wie etwa Demenz aber auch anderen Krankheitsbildern werden hier betreut. Sieben Millionen Euro wurden in das Vita-Forum in der Nachbarschaft der Wesermarsch-Klinik investiert.
Pflegeschüler, die sich speziell im gerontopsychiatrischen Bereich ausbilden lassen wollen, schließen künftig zwei Verträge ab: einen mit dem Vita-Forum, einen zweiten Vertrag mit der jeweiligen Schule. „Bei uns gibt es besondere Krankheitsbilder. Da ist mehr Zeit für die Bewohner notwendig“, sagte Karolin Zöllner.
Großer Bedarf
Es gebe im Pflegesektor einen sehr hohen Fort- und Weiterbildungsbedarf, so Sabine Ahlhorn, Studiendirektorin und Abteilungsleiterin für Pflegeberufe an den Berufsbildenden Schulen. „Die Arbeit in diesem Bereich geht oft an emotionale Grenzen“, fügte ihre Kollegin Birgit Voß, Schulleiterin an der Evangelischen Altenpflegeschule in Oldenburg, hinzu.
