Oldenburg/Bremen - Die Staatsanwaltschaft Bremen hat zum zweiten Mal Anklage gegen den Ex-Reeder Niels Stolberg erhoben. Der 52-Jährige soll sich gegenüber dem US-Finanzinvestor Oaktree des Kreditbetrugs und der Untreue schuldig gemacht haben. Der Vorwurf des Betrugs ist dagegen vom Tisch.

Oaktree war Ende 2010 bei Stolbergs Reederei Beluga eingestiegen, die sich damals in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befand. 2011 zeigte der Investor den Unternehmer an, weil er sich von ihm über die wahre Lage der Firma getäuscht sah. Kurz darauf meldete Beluga Insolvenz an.

Der Vorwurf des Betrugs, der nun nicht zur Anklage kommt, war der schwerwiegendste. Beim Kreditbetrug muss kein Schaden nachgewiesen werden, es reicht, bei einem Kreditantrag falsche Angaben gemacht zu haben. Zudem ist das Strafmaß geringer als bei Betrug.

Stolbergs Anwälte von der Frankfurter Kanzlei Feigen Graf sehen dem Verfahren zuversichtlich entgegen. „Es ist erfreulich, dass der Hauptvorwurf, Herr Stolberg habe Oaktree durch Täuschung geschädigt, keinen Bestand hat“, teilte die Kanzlei mit.

Der Anklagepunkt Untreue gründet sich darauf, dass Stolberg bei Schiffsfinanzierungen getrickst haben soll, um möglichst wenig Eigenkapital einsetzen zu müssen. Auch hier argumentieren seine Anwälte, dass dadurch Oaktree kein Schaden entstanden sei.


Die Staatsanwaltschaft wollte sich vor dem offiziellen Eingang der Anklageschrift nicht zu dem Fall äußern. Seit Februar läuft bereits ein Verfahren gegen Stolberg, weil er bei Schiffsfinanzierungen gegenüber Banken falsche Angaben gemacht haben soll.