Dötlingen - Früher gab es in Dötlingen den zweitgrößten Erdgasspeicher Deutschlands. Das ist Geschichte. Wozu genau dient das Gelände nun? Darüber wollte sich die Dötlinger FDP informieren und so machte sie sich am Dienstagabend auf zum Exxon-Gelände in Dötlingen, Zum Poggenpohlsand 7. Dort sitzt nicht nur Exxon, sondern auch das Unternehmen Storengy.
Leitzentrale für Speicher
Storengy betreibt 22 Erdgasspeicher in Europa, sechs davon in Deutschland. Vier dieser sechs Erdgasspeicher, Epe, Lesum, Uelsen und Harsefeld, werden von Dötlingen aus gesteuert. Denn dort sitzt eine der Leitzentralen von Storengy.
Das Unternehmen hat deutschlandweit rund 160 Mitarbeiter. 24 davon arbeiten in Dötlingen. Dr. Matthias Schorr erklärte der FDP, dass es zwei verschiedene Arten der Gasspeicherung gibt: Die Porenspeicher und die Kavernenspeicher. Porenspeicher werden in porösem Gestein angelegt, da das Gas sich in den kleinen Gesteinslöchern ablagern kann. Storengy betreibt drei Porenspeicher.
Die andere Variante, Erdgas zu speichern, sind die Kavernenspeicher. Sie werden mithilfe bestimmter Techniken in Salzstöcke hineingebaut und liegen meist in einer Tiefe von bis zu 1700 Metern. Die flaschenförmigen Hohlräume können große Mengen an Gas speichern. Die Firma betreibt in Norddeutschland drei Kavernenspeicher.
Helmut Platte hat Dienst im Leitstand, auch Messwarte genannt. Die Mitarbeiter im Leitstand arbeiten im Schichtsystem – rund um die Uhr ist immer jemand dort.
Sichere Standleitungen
Die Telefonleitungen, mit denen Dötlingen mit den Erdgasspeichern verbunden ist, sind besonders gesicherte Standleitungen, für die immer ein Ersatz da ist. Falls beide ausfallen, wird ein Notfallprogramm ausgelöst, erklärt Platte.
Gerade erklärt er, wofür welcher der vielen Monitore gebraucht werden, als sein Telefon klingelt. In Lesum soll die Gasentnahme gestoppt werden. Platte drückt ein paar Knöpfe und schon schließen sich bei der Entnahme im 60 Kilometer entfernten Lesum die Pforten.
