Cloppenburg - Das Interesse am 18. Grundwasser-Workshop des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Mittwoch im Cloppenburger Kreishaus war groß. Mehr als 200 Teilnehmer kamen, um über den Trink- und Grundwasserschutz zu diskutieren. Dabei wurde deutlich: Die Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft samt einhergehender Reduzierung der Nährstoffbelastung in den Trinkwassergewinnungsgebieten ist nicht mehr so erfolgreich.

Grund: Die Landwirtschaft wird zunehmend intensiviert, Weiden werden in Ackerland umgewandelt, die Viehbestände vergrößert. Verschärft wird die Situation, so wurde während eines Pressegesprächs deutlich, durch eine teils sehr hohe Dichte von Biogasanlagen und dem damit verbundenen Anfall von Gärresten. Bedeutet: Es fallen immer mehr Gülle und Abfallreste an, die auf den Feldern landen und aufgrund der Menge nicht mehr von den Pflanzen ausreichend verwerten können. Die Folge: Die Nährstoffe werden im Boden ausgespült – die Stickstoffkonzentration im Grundwasser steigt. Vor allem in Wasserschutzgebieten, in denen der Maisanteil zugenommen hat, zeigen sich steigende Nitratgehalte, so in Thülsfelde. Derzeit liegt der Nährstoffüberschuss in Niedersachsen bei 80 kg Stickstoff pro Hektar.

„Das Kooperationsmodell stößt an seine Grenzen. Wir müssen zu einem nachhaltigen Nährstoffmanagement kommen“, forderte deshalb Mathias Eberle, Referatsleiter im Umweltministerium. Dazu zählt die so genannte Landesverbringensverordnung zur Erfassung der Nährstoffströme. Bedeutet: Künftig muss elektronisch erfasst werden, wann auf welchem Areal Gülle und Gärreste aus Biogasanlagen ausgebracht werden. Gleichzeitig soll die Einbringung des Düngers in den Boden optimiert werden.

Ist das Soll ausgereizt, ist einen geplanter Transport von Gülle und Abfall in nährstoff­ärmere Regionen angedacht. Ferner sollen strengere Anforderungen an die Genehmigungsverfahren von Stallneubauten gestellt werden. Gleichzeitig ist ein Verschärfung der Auflagen geplant, so ein Verbot der Gülleausbringung im Herbst.

Doch nicht nur die Stickstoffbelastung, auch die Reste von Pflanzenschutzmitteln alarmieren. Diese konnten verstärkt in den Förderbrunnen einzelner Trinkwassergewinnungsgebiete nachgewiesen werden. Eine Trinkwassergefährdung bestehe jedoch nicht, so Eberle. Dennoch müsste das Problem möglichst frühzeitig gelöst werden.