Oldenburg - Lichtscheues Gesindel kommt selten ins Museum. Doch die Papierarbeiten, die zumeist auf den 1000 Quadratmetern der drei Ebenen des Horst-Janssen-Museums gezeigt werden, verblassen über die Jahre bei zuviel Licht. Mithin freuten sich Museumsdirektor Dr. Friedrich Scheele und Dr. Jutta Moster-Hoos als künstlerische Leiterin am Dienstag Niedersachsens Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne) die sanierten Lichtdecken zu präsentieren.
Die Ministerin besuchte das Haus an der Straße „Am Stadtmuseum 4-8“ zum ersten Mal und würdigte es als „einen der Leuchttürme in Niedersachsen“. Sie lobte das Profil des Janssen-Museums, sich auf Papierarbeiten – also auf Grafik, Radierungen und Zeichnungen – zu konzentrieren. „Das ist im Wettbewerb ein wichtiger Aspekt“, erklärte sie. „Und diese herausragende Kunst hat es verdient, ins richtige Licht gesetzt zu werden.“
15 Jahre nach der Museumsgründung waren während der vergangenen Monate bei laufendem Museumsbetrieb die alten Spanndecken der drei Ebenen saniert und die alten Neonröhren in den sogenannten 15 Zentimeter tiefen Lichtkästen durch moderne LED-Technik (siehe gelber Kasten) ausgetauscht worden. Auch Oldenburgs Baudezernentin Gabriele Nießen hatte bei diesem Vorhaben unterstützende Mitarbeiter entsandt.
Aus Sicht von Friedrich Scheele bringt die Sanierung nicht nur den Besuchern bessere Sicht auf die Kunstwerke, sondern auch energetische Einsparungen: Statt 76 000 Watt installierter Leistung komme man nun durch die neue LED-Technik auf nur 23 000 Watt. Auch die Lebensdauer der Dioden sei deutlich höher und die Wärmeentwicklung deutlich geringer.
Wie Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic erläuterte, wurde der Landesszuschuss in Höhe von 127 500 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.
Bis 6. September zeigt das Museum (dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr) Illustrationen des spanischen Künstlers Salvador Dalí. Die neue Lichtanlage entspricht laut Leiterin Jutta Moster-Hoos internationalen Standards. Und so hofft sie auch für künftige Sonderausstellungen auf internationale Leihgaben.
