Hannover - Dieses Mal geht alles glatt. Knapp zwei Stunden schlendern US-Präsident Barack Obama und Kanzlerin Angela Merkel über die Hannover Messe. Anders als 2013, als fünf halbnackte Frauen mit schwarzen Lettern auf der nackten Brust auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin zustürmten.
„Ich freue mich, dass Sie sich hier präsentieren. Wir begrüßen sie als Freunde. Freunde, die stark sind“, sagt Merkel. Die beiden hatten die größte Industriemesse der Welt am Vorabend eröffnet.
Die Messehallen 3, 9 und 11, die beim gemeinsamen Rundgang im Mittelpunkt stehen, sind schon lange ausgesucht. Die Mischung soll möglichst viele Aspekte abdecken: deutscher Mittelstand, ein bisschen Hollywood und jede Menge Innovation „Made in USA and Germany“, wie Obama die Partnerschaft gleich zu Beginn lobt. Immer wieder ist zu hören: Deutsche Technik und US-Software können gute Ergänzungen ergeben.
„Sie sehen hier Firmen, die eine Vorreiterrolle spielen, die ändern, wie wir leben, arbeiten und lernen“, sagte Obama in der amerikanischen Halle. Merkel sagte, in diesem Jahr werde man in Hannover „die Weltspitze in geballter Form“ erleben. Deutsche und amerikanische Firmen könnten voneinander lernen. Es sei an ihnen, „gemeinsam Innovation und Neuland zu gestalten“.
Während das Duo und ihr Anhang sich auf dem Messegelände bewegen, steht die übrige Welt ziemlich still. Barrieren blockieren den Weg der normalen Messegäste, Kontrollen an jeder Tür und Häuserecke.
Beim Aussteller „ifm electronic“ probieren Präsident Obama und Kanzlerin Merkel die kleinste 3D-Kamera der Welt aus. Sie passt auch in Smartphones und misst, wie lange das Licht auf dem Weg zur Linse benötigt. Das erlaubt anders als bei gewöhnlichen Fotos ein Vermessen von Räumen, Gegenständen und Abständen. Obama und Merkel setzen bei ifm 3D-Brillen gleich einmal auf.
Obama präsentiert sich als interessierter Besucher. Von der deutschen Paracycling- Sportlerin Denise Schindler lässt er sich die Vorteile modernster Prothesen und die Vorteile der Trainings unter der spanischen Sonne erklären. Und Merkel will wissen, ob man mit einem präsentierten Roboterarm auch eine Zitrone auspressen kann, „wenn man die Hand verletzt hat“.
In Halle 9 kommt es für den Golfer Obama zu einer Art Heimspiel. Denn als Geschenk bekommen er und Merkel am Siemens-Stand ein Paar Golfschläger mit den Namen „Yes we can“ und „Wir schaffen das“ geschenkt. Der US-Präsident, der gerne golft, sagt: „Ich bringe Angela bei, wie man spielt.“ Und sie scherzt: „Oh, das wird ein langer Weg.“ Beide lachen – ihr Normalzustand bei dem Messe-Rundgang.
Die gemeinsame Botschaft der beiden engen politischen Partner könnte an diesem Tag lauten: „Yes, we schaffen das.“
