Frankfurt - Die Oberfläche ist fast überall glatt wie ein Babypo, das Wasserzeichen erinnert an die mythologische Geburtsstunde Europas: Der neue Fünf-Euro-Schein, erstes Kind der neuen „Europa-Serie“, soll das Vertrauen der Europäer in eine sichere gemeinsame Währung stärken – und zugleich Fälschern die Arbeit erschweren. Neue Falschgeldzahlen zeigen: Kriminelle geben sich in dem Millionenspiel nicht so leicht geschlagen.
Das Euro-Bargeld sei eine Erfolgsgeschichte, jubelte EZB-Präsident Mario Draghi bei der feierlichen Vorstellung der neuen Fünf-Euro-Banknoten am Donnerstag in Frankfurt. Nun sei die Gemeinschaftswährung der 17 Staaten auf dem neuesten technischen Stand.
„Wir wollen, dass das Euro-Bargeld eine sichere Währung bleibt, die schwer zu fälschen ist. Mit der Investition in neue Sicherheitsmerkmale sollen die Fälschungszahlen niedrig gehalten werden“, erklärt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.
Im vergangenen Jahr brachten Geldfälscher in Deutschland mehr Blüten in Umlauf als im Vorjahr. Aus dem Verkehr gezogen wurden gut 41 500 (Vorjahr: 39 000) gefälschte Euro-Banknoten.
Weil Kriminelle zunehmend auf kleine Scheine wie die 20-Euro-Note setzen, blieb der Gesamtschaden jedoch mit 2,2 Millionen Euro fast exakt auf dem niedrigen Vorjahresniveau (2,1 Mio Euro). War es in den vergangenen Jahren der „falsche Fuffziger“, der die Zahlen nach oben trieb, waren das Gros der Fälschungen dieses Mal erstmals 20er: 19 100 oder 46 Prozent der Blüten waren 20-Euro-Noten.
Weltweit tauchten laut Europäischer Zentralbank (EZB) 531 000 (606 000) Blüten auf. Gesamtschaden: 26 (29,9) Millionen Euro.
Nach Deutschland kommen die Blüten in der Regel aus dem Ausland. Im vergangenen Jahr hoben Fahnder professionelle Fälscherwerkstätten in Frankreich, Bulgarien und Italien aus. „In Deutschland gibt es keine Herstellung von Falschgeld in großem Stil“, sagt Rainer Elm, Leiter des Nationalen Analysezentrums der Bundesbank.
