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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Neue Fangquoten: Fischer müssen Kürzungen verkraften

19.12.2018

Berlin/Hamburg (dpa) - Umweltschützer haben die Beschlüsse des EU-Fischereirates zu den Fangquoten für 2019 kritisiert und befürchten eine Überfischung in Nordsee und Atlantik.

Wissenschaftliche Empfehlungen für nachhaltige Fanggrenzen würden ignoriert, speziell Kabeljau und Hering würden überfischt, warnten die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Kampagne Our Fish am Mittwoch. Die Naturschutzorganisation WWF forderte ein Umdenken in der EU-Fischereipolitik statt "staatlich legitimierter Überfischung".

Die Kritik sei völlig unverständlich, hieß es dagegen beim Deutschen Fischerei-Verband. "Wir haben bei der Mehrzahl der Bestände eine nachhaltige Bewirtschaftung", sagte Generalsekretär Peter Breckling in Hamburg. Die Branche halte sich auch weitgehend an wissenschaftliche Empfehlungen zur Schonung der Bestände.

Die EU-Fischereiminister hatten sich am Mittwochmorgen in Brüssel auf Fangmengen für 2019 in Nordsee und Nordost-Atlantik geeinigt. Danach müssen die deutschen Fischer mit deutlich niedrigeren Fängen auskommen. Beim Hering verringert sich die Obergrenze um 40 Prozent auf rund 39 400 Tonnen. Für Kabeljau gilt ein Limit von 3010 Tonnen (minus 35 Prozent). Auch bei der Makrele ist ein Minus von 20 Prozent (16 600 Tonnen) vorgesehen, bei der Scholle sinkt die Fangmenge um 12 Prozent (5300 Tonnen). Beim Seelachs gibt es hingegen ein Plus von 16 Prozent (12 800 Tonnen).

Die Fischerei-Verband reagierte mit Verständnis auf die Reduzierung. "Das sind harte Einschnitte für die deutschen Fischer, aber die waren notwendig, um das Nachhaltigkeitsziel nicht aus den Augen zu verlieren", sagte Verbandssprecher Claus Ubl.

Ob mit den niedrigeren Quoten Fisch für die Verbraucher teurer wird, lässt sich derzeit nicht sagen: Der Fischmarkt ist bei vielen Arten global, so dass die Fangquoten in Europa nicht automatisch zu Preisveränderungen führen muss. Generell steigen mit der Nachfrage seit einigen Jahren auch die Preise kontinuierlich.

Eines der größten Probleme für die Erholung der Fischbestände sehen Umweltschützer in illegalen Rückwürfen. Demnach werden immer noch große Mengen ungewollt gefangener und zu kleiner Fische sterbend über Bord geworfen, anstatt sie an Land zu bringen. Eine echte Kontrolle über diese Anlandeverpflichtung, die 2019 in Kraft tritt, gibt es nach Ansicht der Kritiker bisher nicht.

Vom Anlandegebot für quotierte Fischarten sind die norddeutschen Krabbenfischer allerdings ausgenommen. Sie berufen sich auf schonende Fangmethoden und dürfen daher ihren Beifang in den kommenden drei Jahren weiter über Bord werfen.

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