Lemwerder - Einen echten Einblick in die Arbeitswelt bekamen die neun Schülerinnen und Schüler der Eschhofschule, die an der Arbeitsgemeinschaft Metall und Kunststoff teilnahmen.

Bei SGL Rotec in Lemwerder lernten die Teilnehmer die Kunststoffverarbeitung kennen. Hier standen Tätigkeiten wie Laminieren, Glaszuschnitte, Harz anmischen, Verklebungen, Lackierungen und vieles mehr auf dem Stundenplan.

Doch auch andere praktische Erfahrungen für das Berufsleben konnten die neun Jugendlichen machen. „Ich habe gelernt, dass man auf der Arbeit etwas essen und trinken muss“, berichtete der 13-jährige Tobias Dobroschke aus der 7H.

Der 14-jährige Kalvin Kleber ist bei der Arbeit jedenfalls auf den Geschmack gekommen, er könne sich durchaus vorstellen, auch später einen Beruf in diesem Bereich zu ergreifen. Auch wenn nicht immer alles ganz glatt lief. „Es ging auch mal etwas daneben, manchmal hatten wir Löcher in den Teilen oder haben zu viel Harz benutzt“, erinnert sich der Siebtklässler.

Dass einige Arbeiten nicht einfach mit dem Feierabend abgebrochen werden können, mussten die Schülerinnen und Schüler lernen. „Wenn zum Beispiel ein Gemisch angesetzt wurde, muss es auch aufgetragen werden. Wenn man es stehen lässt, kann man es später nicht mehr benutzen“, erklärte Lehrer Daniel Diemer, der die AG leitet.


Eine Besonderheit des Programms ist die Tatsache, dass die Schüler bei SGL Rotec von Auszubildenden unterrichtet werden. Tom Bobben, Tobias Staudinger und Lukas Rosenbohm hatten sich in diesem Jahr bereit erklärt, die Aufgabe zu übernehmen. „Es war für uns eine sehr interessante Erfahrung“, sagte Tom Bobben, Azubi im zweiten Lehrjahr.

Doch auch für sie sei der Unterricht sehr hilfreich gewesen. „Durch dass Erklären lernt man auch selbst etwas, weil man sich noch mehr damit auseinander setzen muss, so Bobben. Es hätte ihnen auf jeden Fall viel Spaß gemacht.

Ausbildungsleiter Helmut Ammermann sieht großen Nutzen in diesem Projekt. „Es macht ganz viel Sinn. Ich habe Signale gehört, dass der Schritt vom Schulleben zum Berufsleben für die Schüler häufig sehr schwer ist. Wenn sie so schon Erfahrungen sammeln können, läuft der Wechsel geschmeidiger“.

Personalleiterin Ulrike Rehling stimmt ihm zu: „Es ist wichtig, dass junge Menschen schon früh ihre Interessen mit Berufsbildern abgleichen können und so schon frühzeitig erkennen, welcher Beruf sie interessiert“.

Besonderer Clou an der Arbeit bei SGL Rotec war, dass die Schüler selbst etwas für ihre eigene Schule herstellen konnten. Aus Kunststoff produzierten sie Rotorblätter für die Modellwindkraftanlage der Eschhofschule.

Den Umgang mit verschiedenen Metallen lernten die Schülerinnen und Schüler im ersten Teil der AG kennen. Dieser Unterricht fand bei Abeking & Rasmussen statt.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake