Im Nordwesten/Hannover - Frohe Botschaft für Bahnreisende: Die Zahl der Haltepunkte in Niedersachsen von derzeit rund 360 soll in Zukunft spürbar steigen. Davon werde auch der Nordwesten profitieren, ist Verkehrsminister Olaf Lies (SPD, Sande) überzeugt, der in den letzten Monaten dazu ein detailliertes Konzept ausarbeiten ließ.

Von insgesamt 38 möglichen neuen Haltepunkten sollen 21 sicher wiedereröffnet werden, davon zehn möglichst schon im Jahr 2017. Das Tempo hängt wesentlich von der Geschwindigkeit der jetzt anstehenden Detailplanungen und der notwendigen Planfeststellungsverfahren ab. „Ich freue mich, dass so viele untersuchte Bahnhaltepunkte die Chance auf Reaktivierung haben“, betont Lies am Montag in Hannover.

„Uneingeschränkt positiv“ werden folgende Stationen im Nordwesten beurteilt: Jaderberg, Neermoor, Bunde, Ihrhove, Spieka oder Cappel-Midlum im Landkreis Cuxhaven sowie Osnabrück-Rosenplatz.

Eine „positive“ Bewertung besitzt beispielsweise auch Apen. Dort hat die Gemeinde bereits ein Grundstück für Park&Ride-Plätze erworben. Apen fehlt jedoch noch eine reibungslose Einbindung in den Fahrplan, so dass Anschlusszüge in anderen Orten nicht verpasst beziehungsweise Knotenpunkte rechtzeitig erreicht werden. Dennoch wird an der Anbindung Apens mit Nachdruck gearbeitet.

Wegen noch größerer Probleme wurden im Nordwesten weitere Haltepunkte zunächst von der Liste der vorrangigen Stationen genommen: Bad Zwischenahn-Kayhauserfeld, Berne-Neuenkoop, Dötlingen-Aschenstedt, Filsum, Hahn-Lehmden, Nortmoor und Stickhausen-Velde.

Die Kosten für die Reaktivierung von Haltestellen trägt zu 75 Prozent das Land. Grobe Hausnummer: Eine Million Euro sind im Durchschnitt notwendig, um Bahnsteige, Beleuchtung, Wetterhäuschen und Fahrkartenautomaten herzurichten. Verkehrsminister Lies rechnet mit insgesamt „20 bis 30 Millionen Euro“ an Kosten für die zusätzlichen Bahnhaltepunkte.

„Wir sorgen für Mobilität“, verspricht Lies, der darin eine gesellschaftliche Aufgabe sieht. Denn streng wirtschaftlich rechnen sich die neuen Haltepunkte nicht: Die 200 Fahrgäste, die dort täglich ein- oder aussteigen sollen, bezahlen mit ihren Fahrkarten nur einen Bruchteil der Umbaukosten, von denen 25 Prozent die Kommunen tragen müssen – wenn die Bahn nicht neben dem Land als Finanzier einspringt.