Addrup - „Kartoffelkartell? Davon haben wir aus der Zeitung erfahren, und wir waren überrascht, weil wir davon noch nichts gehört hatten.“
Stefan Wernsing, Geschäftsführer des gleichnamigen Kartoffelgroßverbrauchers im Essener Ortsteil Addrup, erläuterte im Gespräch mit der NWZ auch gleich, warum das so ist: „Wir arbeiten ja mit langfristigen Verträgen. Wir haben unsere Landwirte, mit denen wir zum großen Teil seit 20 oder gar 30 Jahren zusammenarbeiten“, sagt Wernsing. Da setze man sich zusammen, diskutiere über Lieferumfänge, dann kalkuliere der Kartoffelbauer seinen Aufwand, und schließlich würden die Preise ausgehandelt: „Das ist ein Geben und ein Nehmen.“ Der Pool von Landwirten, bei denen Wernsing zum Beispiel die Rohware für die Pommes einkauft, sei zum Teil in Erzeugergemeinschaften organisiert.
Beim vermeintlichen Kartoffelkartell gehe es auch um grundsätzlich andere Ware. Speisekartoffeln unterlägen anderen Anforderungen als Kartoffeln, die zur Herstellung anderer Produkte benötigt würden.
Das Kartoffelkartell bereite ihm keine Probleme, wohl aber die momentane Kartoffelknappheit. Der Winter sei zu lang gewesen, und die neuen Kartoffeln seien zu spät in die Erde gekommen. Jetzt sei fraglich, ob die alten Kartoffeln so lange reichen, bis die neue Ernte eingefahren wird.
