Bookholzberg - Sind an diesem Mittwoch mehr als 20 Haushalte in Bookholzberg möglicherweise ohne Trinkwasser? Das jedenfalls befürchteten Mieter und Wohnungseigentümer der Mehrfamilienhäuer an der Blumenstraße 10 und 12 sowie an der Jasminstraße 5 und 9, nachdem sie ein entsprechendes Schreiben des OOWV erhalten hatten. Die Begründung: Seit Monaten habe der Vermieter die Wasserkosten nicht beglichen. Inzwischen haben sich die Wogen jedoch gelegt.

„Die Forderung ist inzwischen beglichen. Wir werden das Wasser nicht abstellen“, sagte der Sprecher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV), Gunnar Meister, auf NWZ -Anfrage. Der Versorger habe „großes Verständnis für die Sorgen der Mieter“ in den betroffenen Wohnungen. Meister: „Wassersperrungen sind immer das letzte Mittel, das wir vermeiden wollen. Dies ist uns auch in diesem Fall gelungen. Der Vermieter hat unsere Forderungen inzwischen beglichen.“

Es ist nicht das erste Mal, dass es in den Mehrfamilienhäusern Diskussion um ausstehende „Nebenkosten“ gibt: Bereits im März hatte der Versorger EWE aus gleichem Grund die Gasversorgung unterbrochen und die gemeinsame Heizungsanlage verplombt (die NWZ  berichtete). Wie Karl Bittner, Geschäftsführer der GbR Rend­invest AG/PG Grundstücks-Projektgesellschaft in Bruchköbel (Hessen), damals sagte, habe er von einer Gesamtforderung in Höhe von 20 000 Euro lediglich 13 300 Euro überwiesen. Der Grund: Mieter, die längst verzogen seien, hätten ihre Heizkosten nicht beglichen. Auch einige aktuelle Mieter seien noch Nebenkosten säumig, wie eine Sprecherin der Gesellschaft am Dienstag bekräftigte.

Es zeichnet sich eine unendliche Geschichte ab: Die Restsumme von 6700 Euro sei nicht bis zum 31. März auf dem Konto des Versorgers eingegangen, sagte EWE-Sprecher Dietmar Brückner am Dienstag der NWZ . Inzwischen sei die Summe der fälligen Kosten auf 9000 Euro gestiegen. „Eine neue Sperrandrohung ist am 12. April rausgegangen“, sagte Brückner. Falls die Gesellschaft die Summe nicht begleiche, werde die EWE – nach einer erneuten Mahnung – in vier Wochen erneut sperren.

Die Bewohner der Häuser in Bookholzberg machten ihrem Unmut Luft: „Hier läuft scheinbar gar nichts mehr“, ärgerte sich Sieglinde Neumann, die mit ihrem Mann Klaus eine Eigentumswohnung bewohnt. Lediglich die Stromkosten rechnen sie direkt mit dem Versorger ab.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent