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Forschung Neue Technik für das Leben im Alter

Rainer Dehmer

Oldenburg - Weltweit entwickeln Forscher Roboter und Hilfssysteme, die ältere Menschen bei der Hausarbeit unterstützen oder das Pflegepersonal entlasten sollen. Wissenschaftler setzen dabei darauf, dass sich die Senioren solange wie möglich in den eigenen vier Wänden selbst versorgen können. Oldenburg kann hier eine gebündelte Forschungskompetenz vorweisen. „Wir sind erstaunlich gut aufgestellt“, sagte Jochen Meyer vom Informatikinstitut Offis am Dienstag im Schlauen Haus bei der Vorstellung aktueller Projekte und Forschungsprototypen.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels arbeiten Forschungsinstitute und Organisationen interdisziplinär zusammen, entwickeln und erproben Technologien für das „Leben im Alter von morgen“. Beteiligt sind Offis, Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie, Institute of Palliative Care (ipac), Carl-von-Ossietzky-Universität, Jade-Hochschule, Johanniter-Unfall-Hilfe sowie die Informationstechnik-Firmen Nowis und Micos.

Seit 2008 Fördermittel

In unterschiedlichen Zusammensetzungen arbeiten diese Institutionen derzeit an 20 Forschungsprojekten im Bereich „Ambient Assisted Living“ (AAL, auf Deutsch: umgebungsunterstütztes Leben oder selbstbestimmtes Leben durch innovative Technik). Für diese Arbeit flossen seit 2008 rund neun Millionen Euro an Fördermitteln von Land, Bund und Europäischer Union nach Oldenburg.

Durch die technische Unterstützung erhoffen sich ältere Menschen nach Angaben von Dr. Jens Appell vom Fraunhofer-Institut vor allem mehr Sicherheit, mehr Komfort und eine Förderung der Kommunikation. Deshalb werde beispielsweise ein sprachgesteuertes, mobiles Robotersystem entwickelt, das dem Nutzer helfen soll, durch Telekommunikationstechnologie Kontakte zu Freunden und Verwandten zu pflegen und zu erweitern.

Verbesserter Hausnotruf

Weit fortgeschritten ist das Projekt „Ambiact“. Es handelt sich um eine Erweiterung für den klassischen Hausnotruf. Über Stromsenoren können tägliche Aktivitäten wie z.B. das Kaffeekochen erfasst und bei deren Ausbleiben eine mit dem Nutzer abgestimmte Benachrichtigungskette in Gang gesetzt werden. Alexander Jüptner von den Johannitern hofft, dass das Projekt in einem Jahr bei seinem Verband eingesetzt werden kann.


Für die Mehrzahl der anderen Projekte erwartet Prof. Dr.-Ing. Frank Wallhoff (Jade-Hochschule) den praktischen Einsatz in den nächsten drei Jahren. Dazu zählen unter anderem Systeme zur Erleichterung der Pflegedokumentation, sprachverbesserte Telefonie für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen sowie ein intelligenter Schallwächter, der akustische Signale analysiert und so Notsituationen (z.B. Sturz) erkennt.

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