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Baum Des Monats Pionierpflanze hält den Stürmen sehr gut stand

Gert Müller

NEUENBURG - Die Europäische Lärche (Larix decidua) war ursprünglich beheimatet in den südeuropäischen Gebirgen (Alpen und Karpaten). Sie macht in den Wäldern der Region nur etwa ein Prozent der Bestände aus. Sie gilt als Pionierpflanze, benötigt aber viel Licht und wird daher in heranwachsenden Baumbeständen ohne entsprechende Waldpflege leicht verdrängt. Die Europäische Lärche wurde kürzlich zum „Baum des Jahres 2012“ gekürt.

Gerader Wuchs

Lärchen sind beispielsweise in Ruttelerfeld zu sehen, am Spolser Weg im Garten der Familie Warnken. Diese Lärchen zeigen deutlich den gerade aufstrebenden Wuchs – sofern sie nicht behindert werden oder sich selbst bedrängen.

Die Lärche ist die einzige Nadelbaumart, die im Herbst die Nadeln fallen lässt, nachdem sie sich goldgelb verfärbt haben. Im Frühjahr treibt sie relativ früh die hellgrün leuchtenden Nadelbüschel (zwischen 20 und 40 Nadeln) aus. Vorher werden schon die weiblichen und männlichen Blüten gebildet. Sie ist einhäusig getrennt geschlechtlich; das heißt beide Blüten wachsen an einem Baum in Form von kleinen roten beziehungsweise gelben Zapfen. Die Samen reifen im Herbst innerhalb der Zapfen und fallen erst im folgendem Frühling aus. Lärchen dieser Region erreichen eine Höhe von etwa 40 Meter und können bis zu 600 Jahre alt werden. Sie fangen erst im Alter von etwa 15 Jahren an zu blühen; in eng stehenden Beständen kann es auch 10 Jahre länger dauern. Aufgrund ihrer starken Bewurzelung ist sie sehr sturmresistent. Je nach Standort ist sie nach 100 bis 140 Jahren hiebreif.

Das Lärchenholz aus dem Gebirge hat engere Jahresringe – wächst also langsamer – als das aus der Tiefebene. Es ist fester, witterungsbeständiger, harziger und erheblich schwerer als das anderer heimischer Nadelhölzer. Das Holz wird verwandt für den Hausbau, für Treppen, Fenster, Fußböden, Türen und Terrassen. Außerdem ist es aufgrund des hohen Harzgehaltes bestens geeignet für den Boots-, Brücken-, Erd- und Wasserbau.

Durch Anritzen der Borke wird heute noch Lärchenharz zur Herstellung von hochwertigen Lacken und Terpentin verwandt. Nach Verdampfen der ätherischen Öle entsteht Kolophonium, das Geigenspieler zur Behandlung der Rosshaare am Geigenbogen benutzen. In der Medizin wurde das Harz bei Krankheiten der Lunge und Haut eingesetzt. Es soll auch prophylaktisch gegen Erkältungs- und Grippeerkrankungen wirken. Lärchensalben sollen bei Rheuma und Hexenschuss helfen. Die Nadeln sind allerdings leicht giftig.


Mythologie um Lärche

In diesen Breiten spielt die Mythologie um die Lärche keine besondere Rolle. Hingegen in den Gebirgsregionen galt die Lärche als guter Hausgott. Sie war Wohnsitz guter Waldfrauen, die Kinder und Frauen beschützten. In Büscheln an Türen und Fenstern gehängt sollen Lärchenzweige vor Hexen und bösen Geistern schützen und sie vertreiben.

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