Neuenburg/Driefel - Am Samstag loderten in Neuenburg und Driefel wieder die Mahnfeuer der Landwirte, die damit auf ihre Lage aufmerksam machen wollen. „Wir fühlen uns als Sündenbock, unser Frust hat sich über viele Jahre aufgebaut“, sagt Heike Langediers, „die neueste Düngeverordnung hat das Fass zum Überlaufen gebracht und die Politik schob jetzt noch die ,Bauernmilliarde’ hinterher“.
Gegen Bauernmilliarde
Die Landwirte aus der Friesischen Wehde hatten die Bevölkerung eingeladen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Sie standen auf dem Dörpplatz in Neuenburg und beim Hof Tebben in Driefel und standen Rede und Antwort. Sie sprachen mit Bürgern über die neue Düngeverordnung und ihre Arbeitsbedingungen. Mit ihrer Initiative „Land schafft Verbindung“ protestieren die Landwirte gegen die „Bauernmilliarde“.
Bei Kakao, selbstgebackenem Kuchen und Stockbrot kamen die Landwirte mit den Bürgern ins Gespräch.
Die Landwirte berichteten, dass sie in den vergangenen Jahren in modernste Technik investiert hätten. Beispielsweise werde Gülle nicht mehr großflächig versprenkelt, sondern mit Schleppschuhgestänge in die Bodenoberfläche eingearbeitet, und das dank Digitalisierung im Trecker zentimetergenau für jede Fläche.
Blühstreifen angelegt
Blühstreifen für die Bienen wurden angelegt und brachliegende Flächen begrünt, wodurch die Pflanzen die Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen und gleichzeitig CO2 speichern können, sagten die Landwirte.
Neue gesetzliche Auflagen würden Investitionen nötig machen, doch das rechne sich bei kleineren Betrieben kaum, so die Bauern. Auch sei vieles nicht zukunftssicher: „Wer weiß, was den Politikern in ein paar Jahren wieder einfällt“, sagte ein Landwirt. Manche Gesetze seien im Ansatz gut gedacht, aber im Endeffekt nicht ausgereift, es fehle Praxisbezug und wissenschaftlicher Hintergrund.
„Viehbestand reduzieren“
„Wir wollen die Bauern unterstützen, denn wir brauchen sie ja, und für gutes Fleisch würden wir auch mehr bezahlen“, sagten Kirsten und Stefan Riedel, die sich beim Mahnfeuer mit den Landwirten solidarisierten. Besucher Uwe Koopmann wies auf die verschiedenen Sichtweisen zum Grundwasser hin. „Der Zustand ist alarmierend, die Landwirte müssten ihre Viehbestände reduzieren“, sagte er.
Die Landwirte waren zufrieden mit der Resonanz auf das Mahnfeuer: „Das hat es so noch nie gegeben, Landwirte aller Berufsgruppen sind zusammengerückt, denn der Wert unserer Arbeit wird von der Politik verkannt.“ sagte Heike Langediers. Sie freut sich über die Unterstützung der Bürger. „Doch die Verbraucher müssen auch wissen: Gute Ware kostet gutes Geld“, ergänzte Hergen Haschen.
