Neuenburg - Wer sich ehrenamtlich in der Gemeinde Zetel engagiert, soll dafür in Zukunft auch etwas haben: Der Rat der Gemeinde Zetel hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend im Neuenburger Schloss einstimmig für die Einführung einer Ehrenamtskarte in der Gemeinde gestimmt.
Erster Gemeinderat Bernd Hoinke betonte in der Ratssitzung, dass es sich dabei nicht um eine Ehrenamtskarte der Gemeinde Zetel handelt, sondern der Länder Niedersachsen und Bremen. Der Rat muss lediglich die Einführung beschließen.
Die Gemeinde muss dann aber auch Vergünstigungen für Ehrenamtliche anbieten, die mit der Ehrenamtskarte abgerufen werden können – beispielsweise ein vergünstigter Eintritt ins Freibad. Auch Inhaber der Ehrenamtskarte aus anderen Gemeinden können diese Vergünstigungen in Anspruch nehmen, ebenso wie Zeteler Ehrenamtliche die Karte in ganz Niedersachsen und Bremen nutzen können. Das soll nicht nur Angebote der Gemeinde betreffen. „Wir würden auch noch einmal Firmen aus der Gemeinde ansprechen und sehen, was sie anbieten können“, so Hoinke.
Wer die Ehrenamtskarte haben möchte, muss aber einige Voraussetzungen erfüllen. Sie müssen „eine freiwillige gemeinwohlorientierte Tätigkeit von mindestens fünf Stunden in der Woche beziehungsweise 250 Stunden im Jahr ohne Bezahlung ausüben“ – und das seit mindestens drei Jahren. Wilhelm Wilken (Grüne) regte an, auch den Ehrenamtlichen, die diese Voraussetzungen nicht erfüllen, in irgendeiner Weise eine Zuwendung zukommen zu lassen.
Die Hürde, die Ehrenamtskarte zu bekommen, sei vom Land Niedersachsen bewusst relativ hoch angesetzt worden, erklärte Hoinke bereits im September. Es sollten eben die Menschen geehrt werden, die sich über das Maß hinaus engagierten – wie zum Beispiel Übungsleiter. Die Ehrenamtskarte sei kein Streuartikel.
Der Antrag, eine Ehrenamtskarte einzuführen, kam von der Zetelerin Ellen Evers, die ehrenamtlich im Theater Neuenburg aktiv ist.
In Friesland gibt es bereits in Schortens eine Ehrenamtskarte. Auch in Varel soll eine Ehrenamtskarte eingeführt werden. Ein Ratsbeschluss steht dort noch aus, der zuständige Fachausschuss hat sich aber bereits für die Einführung ausgesprochen.
In Niedersachsen sind rund 3,2 Millionen Menschen für das Gemeinwohl freiwillig aktiv. Bisher wurden an diese Menschen mehr als 20 000 Ehrenamtskarten vergeben.
