Neuenburg - Wenn voraussichtlich Anfang bis Mitte April die ersten warmen Tage Frühlingsstimmung verbreiten, wartet auf die Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten eine große Herausforderung – der Beginn des diesjährigen Borkenkäferflugs. „Ab Temperaturen von 16 Grad aufwärts starten die Fichten-Borkenkäfer aus ihren Überwinterungsquartieren, um neue Vermehrungsbäume aufzusuchen“, teilte Rainer Städing von den Niedersächsischen Landesforsten mit.
Die Forstexperten rechnen wegen des milden Winters mit nochmals mehr Käfern, die aus dem Winterquartier starten, als im Vorjahr. Im Forstamt Neuenburg hielten sich die Schäden durch Borkenkäferbefall in den vergangenen beiden Jahren in Grenzen.
„Wir konnten bisher die Käferbäume recht schnell räumen und haben nur wenige größere Schadflächen“, sagte Amtsleiter Dr. Martin Dippel. „Dabei hilft das küstennahe Klima mit seiner höheren Luftfeuchtigkeit den Fichten in Trockenzeiten“. Die regelmäßige Überwachung aller Fichtenwälder, die im Forstamt elf Prozent aller Baumarten ausmachen, ist organisiert sobald wärmeres Käferflugwetter einsetzt.
Die Förster kontrollieren mit ihren Mitarbeitern regelmäßig alle Fichten auf frischen Käferbefall. Betroffene Bäume werden so bald wie möglich entfernt, bevor die sich darin vermehrenden Borkenkäfer ausfliegen und weitere Fichten befallen. Die Entwicklung einer Käfergeneration dauert je nach Witterung etwa sieben bis zwölf Wochen.
„In der Regel entstehen pro Jahr eine bis zwei Generationen“, so Städing: Sehr warme Temperaturen wie in den beiden vergangenen Jahren beschleunigen die Entwicklung, so dass auch drei bis vier Generationen pro Jahr vorkommen können und den Druck auf die Wälder erhöhen.
