NEUENBURG - Jetzt hat der Heimatverein Neuenburg eine eigene Bleibe. Bislang fehlte dem Verein ein fester Arbeitsraum für die Vereinsarbeit und den notwendigen Bürobetrieb. Seit Sonnabend sieht das anders aus. Das frisch restaurierte Harms-Huus wurde seiner Bestimmung übergeben.

Das Haus hat eine günstige innerörtliche Lage in der Nähe von anderen historischen Gebäuden in Neuenburg. Um es vor einem Verkauf und eventuellem Abriss zu bewahren, haben sich Mitglieder des Heimatvereines Neuenburg dafür eingesetzt, es an Ort und Stelle zu erhalten. Bisher hatte es viele Eigentümer und Verwendungen, benannt ist es nach dem letzten Besitzer, Tischlermeister Fritz Harms. Vor etwa fünf Jahren überließ die Gemeinde das marode Haus mit dem Baujahr 1792 dem Heimatverein. Vereinsvorsitzender Detlef Osterthun erinnert sich „dass alles voll war mit alten Sachen, und das Gebäude war erheblich renovierungsbedürftig“.

In seiner Ansprache zur Eröffnung ließ er den Umbau Revue passieren. „Ich habe mich gewundert, was man mit halben Steinen und kleinen Stücken noch machen kann.“ Die alten Klinker waren wiederverwendet worden. Abenteuerlich gestalteten sich der Transport und der Einbau der langen Stütz- und Deckenbalken. Als Eingang konnte die Originaltür erhalten werden, innen wurden handgefertigte Türen eingesetzt. Ganz neu in diesem Haus ist ein Kamin im Eingangsbereich, zusätzlich wurde eine Fußbodenheizung eingebaut.

Die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Heimat und dem Heimatverein zeigte sich durch die vielen privaten Spenden und die finanzielle Unterstützung durch Banken und Firmen. Örtliche Handwerksbetriebe stellten Material und Werkzeug zur Verfügung. Aber wo immer es ging, leistete der Heimatverein in den vergangen vier Jahren jede Menge Eigenleistung. Viele Mitglieder halfen je nach Geschick bei den Arbeiten. Hervorzuheben ist jedoch die „Rentnertruppe“ des Vereins. Fast jeden Vormittag waren Konny Cimander, Bernhard Lagerenken, Herbert Jäkel und Günter Bohlen auf dem Bau anzutreffen und schufen, teils mit sachkundigen Mitarbeitern von Fachfirmen, das neue alte Harms-Huus. Jeden Tag wurden sie von Lisa Harms mit einem kräftigen Frühstück versorgt.

Nun gilt es, das Haus mit Leben zu erfüllen. Bürgermeister Heiner Lauxtermann wünschte sich bei der Einweihung, „dass viele Menschen, jung und alt, hier schöne Stunden verbringen können“.


Das Harms-Huus steht für Lese- und Gesprächsabende, plattdeutsche Übungsabende, Klönschnack am Kamin bereit und soll auch anderen Neuenburger Vereinen und Institutionen, Arbeitsgruppen und Ausschüssen des Heimatvereines ein neues „Zuhause“ bieten.