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PrÄventionsrat „Eine Laberrunde brauchen wir nicht“

Kai Hippen

NEUENBURG - Zum zweiten Mal wurde am Dienstagabend im Schloss Neuenburg ein Präventionsrat für die Gemeinde Zetel gegründet. Der Vorgänger war vor Jahren eingestellt worden: „Als es an die Arbeit ging, ist nichts draus geworden“, erklärte Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann. Diesmal soll es besser werden: „Der Präventionsrat soll als Ideen-Schmiede konkrete Themen in eine Lenkungsgruppe geben, die Ergebnisse vorzeigen muss.“ Der Bürgermeister sieht die Sache mit kritischer Distanz: „Eine Laberrunde brauchen wir nicht. Wir müssen Regeln schaffen.

Garant für den Erfolg soll die Einbeziehung möglichst breiter Schichten der Zeteler Bevölkerung sein, und darum waren auch Vertreter aus der Jugendarbeit, von Kirche und Gewerbeverein, Polizei und Kommunalpolitik, Eltern- und Seniorenarbeit, Bürger- und Sportvereinen ins Schloss gekommen. Initiatoren sind Joann Hagen mit ihrer sozialen Informations-, Anlauf und Vermittlungsstelle (IAV) sowie Gerd Koslowski, Leiter der Polizeidienststelle Zetel. Lauxtermann: „Die beiden haben mich überredet. Das Thema ist wichtig, aber es muss ergebnisorientiert umgesetzt werden.“

Verein gründen

Referent des Abends war Hans-Henning Freiherr von Dincklage, Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. Er hat bereits „einige Präventionsräte auf den Weg gebracht“, wie er sagte: „Vorbeugung ist immer besser als Therapie.“ Aber auch von Dincklage sieht die Sache durchaus kritisch: „Wer nicht vom Geist der Prävention beseelt ist, nicht bereit ist, zu investieren, der kommt am Ende nicht weit.

Wichtig seien für Zetel jetzt die ersten erfolgreichen kleinen Aktionen; helfen könne wie in Wilhelmshaven eine Sozialraumanalyse, um Kernpunkte der Sicherheitslage in der Gemeinde zu definieren: „Es gibt große Differenzen zwischen dem objektiven Bild und dem subjektiven Empfinden. Wo wir als Polizei meinen, da ist nichts, fühlen sich die Bürger nicht wohl.“

Schutz vor Gewalt

Von Dincklage empfahl, den Präventionsrat in einen gemeinnützigen Verein zu verwandeln: „So kommt man leichter an finanzielle Unterstützung aus der Wirtschaft heran. Prävention ist gut, aber gute Prävention kostet auch Geld.“ Jedenfalls freue er sich, dass es jetzt in Zetel einen „Keimling“ gibt, für dessen Pflege er die Unterstützung der Polizeiinspektion zusagte.


Joann Hagen und Gerd Koslowski hoffen nun, „engagierte Bürger zu finden, die beim Schutz vor Gewalt mitwirken wollen. Wir wollen das Interesse für andere auf eine aktive Ebene stellen.“ Im Jugendbereich in Kindergärten und Schulen würde schon viel Präventionsarbeit geleistet, aber die Themenliste ist umfangreich. Am 23. Februar, 18.30 Uhr, soll der Präventionsrat im Schloss konkrete Maßnahmen erarbeiten.

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