Neuenfelde - Alle Rasenflächen frisch gemäht, die Blumenkästen bepflanzt und im Bürgerhaus die Tische eingedeckt – für den Besuch der Kommission für das Projekt „Unser Dorf hat Zukunft“ am Mittwoch hatten sich die Neuenfelder gut vorbereitet.
Melanie Gloystein und ihre Mitstreiter luden die Juroren auf eine Fahrt durch Neuenfelde ein. Im Planwagen hinter dem Oldtimer-Trecker von Günter von Minden tuckerte die Gruppe vorbei an den historischen Häusern und landwirtschaftlichen Betrieben im Ort. Ihr war es besonders wichtig zu zeigen, dass es im Dorf einen starken Zusammenhalt zwischen den Einwohnern gibt. „Ob alt oder jung – alle werden eingebunden“, erzählte sie. Auf diese Weise könne man auch in einem kleinen Ort mit wenig Einwohnern viel bewegen. Wichtig war ihr auch der Hinweis auf die schwierige Verkehrssituation in Neuenfelde. Es gibt keinen Gehweg an der Durchgangsstraße, und für jede Besorgung außerhalb muss die Bundesstraße überquert werden – besonders für die Kinder ein großes Problem.
In die Wertung für den Wettbewerb fließt auch das Engagement der Bewerber für den Naturschutz ein – in diesem Punkt machte sich Nabu-Vorsitzender Franz-Otto Müller für die Neuenfelder stark. Seit 2014 nistet regelmäßig ein Seeadlerpaar in dem Ortsteil. „Die Menschen hier engagieren sich sehr für den Schutz der Vögel“, sagte er. Die naturnah gestalteten Gärten im Dorf würden außerdem dafür sorgen, dass zehn verschiedene Fledermausarten in dem Gebiet lebten.
Am 19. Oktober bei der Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs beim Landkreis Wesermarsch wird bekannt gegeben, welche zwei Dörfer sich für den Landeswettbewerb qualifiziert haben. „Wir sind gespannt“, sagte Melanie Gloystein. Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ des Landes Niedersachsen hat das Ziel, die ganzheitliche und nachhaltige Entwicklung der Dörfer zu unterstützen und zu würdigen. Zum Abschuss des Landeswettbewerbs werden die teilnehmenden Orte für die Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die besonders überzeugt haben.
