NEUENHUNTORF - Der Urgroßvater von Arend Wichmann sorgte sich im Jahr 1896 um die Gesundheit seiner Familie. Hohe Räume sollte sein zukünftiges Haus deshalb haben, und getrennt vom Vieh wollte man schlafen. „Meine Urgroßmutter kam aus Syke, und ihren Eltern waren diese Details beim Hausbau wohl sehr wichtig“, erzählt Arend Wichmann. Er wohnt mit seiner Familie, Frau Anke und den zwei Töchtern, seit 21 Jahren in seinem Elternhaus.
Gäste willkommen
Erbaut wurde es im Jahr 1896 vom Baumeister Gloystein aus Huntebrück. Die Hofstelle in Neuenhuntorf ist allerdings schon seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Das alte Haus wurde seitdem Neubau als Viehstall genutzt. 1905 wurde dieser dann durch eine Gulfscheune ersetzt, nachdem er durch einen Sturm stark beschädigt worden war.
Im Wohnhaus hat sich seit 1896 einiges verändert. Geblieben sind die hohen Räume. „Hier in der Kirche sind es 3,90 Meter“, sagt Anke Wichmann. „Wenn man streichen will, braucht man ein Gerüst.“ Auch der Keller des Hauses ist groß. „Früher gab es eben einen Raum für die Äpfel, für die Kartoffeln und fürs Eingemachte, eine Zisterne und einen Waschraum“, erinnert sich der 47-Jährige Landwirt.
Viel Platz für die Wichmanns – den sie deshalb auch gern mit anderen Menschen teilen. Im Obergeschoss des Hauses – dem ehemaligen Altenteil – befindet sich nämlich eine große Ferienwohnung. „Wir vermieten die Zimmer aber auch einzeln“, erklärt Anke Wichmann. „Bed and Bike für Fahrradtouristen bieten wir ebenfalls an. Da kommen viele Gäste dann sehr kurzfristig. Aber das gehört eben dazu“, so die 45-Jährige.
Sie schätzt den Charme des alten Hauses sehr. „Auch ich mag die weiten Türen, die hohen Wände und die großen Fenster“, sagt Arend Wichmann. Auch wenn im Haus viel umgestaltet wurde, erinnert doch vieles an frühere Zeiten. Und manches ändert sich auch nicht mehr. „Oben im ersten Stock steht noch ein Klavier. Das tragen wir wohl nie mehr runter“, verrät Arend Wichmann augenzwinkernd.
