NEUENHUNTORF - NEUENHUNTORF/HFO - 285 Jahre nach seinem Tod begrüßte gestern Deichgraf Anton Günther von Münnich (1650-1721) die Gäste des Festaktes zum 150-jährigen Bestehen des I. Oldenburgischen Deichbandes. Doch keine Sorge, weder spukt es in Neuenhuntorf, noch ist der Graf wiederauferstanden: Alteneschs Pastor Peter Mienert schlüpfte gestern in die Rolle des Grafen und erinnerte an längst vergangene Zeiten.

Rund 100 Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft sowie Vertreter von Feuerwehren, Polizei und Verbänden waren der Einladung des Deichbandes gefolgt. Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) überbrachte dem Deichband die Glückwünsche der Landesregierung und bedankte sich für das umfangreiche Engagement des Verbandes in Sachen Küsten- und Hochwasserschutz.

Deichbandchef Christel Bohn machte sich angesichts eines steigenden Meeresspiegels und drohender Sturmfluten für eine Verstärkung der Deiche im Unterweserraum stark. „Wir müssen uns rüsten. Durch den Weserausbau haben sich die Tideverhältnisse geändert – wir nehmen verstärkt am Sturmflutgeschehen teil.“ Bohn unterstrich, dass es links und rechts des Weserufers immense Werte gebe, die geschützt werden müssten.

Klaas-Heinrich Peters vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ließ anschließend die Geschichte des Deichbandes Revue passieren. Er verwies darauf, dass die hohe Fruchtbarkeit der Marschböden an Hunte und Weser schon im Mittelalter viele Einwanderer ins Land lockte – Land das vor Überflutungen geschützt werden musste. Peters würdigte auch die Arbeit von Anton Günther von Münnich, der als Generaldeichgräfe die Oberaufsicht über das Deichwesen im ganzen Land Oldenburg ausgeübt hatte.

135 Jahre nach Münnichs Tod wurde im Großherzogtum Oldenburg die Deichverwaltung neu organisiert. Fortan gab es vier Deichbände (seit 1963 nur noch drei), die sich um die Unterhaltung der Deiche im Oldenburger Land kümmern.