NEUENHUNTORFERMOOR - NEUENHUNTORFERMOOR - Lange, viel zu lange hatten die Küstenbewohner ihr Schicksal dem „Blanken Hans“ überlassen. Hunderte von Jahren siedelten sie im tief gelegenen Land. Vor den immer wieder auftretenden Fluten schützte sich ein jeder so gut er konnte. Von einigen ertrunkenen Menschen und verendetem Vieh einmal abgesehen, lief alles recht und schlecht, bis die Sturmflut von 1362 die Küste überrannte und in nur einer Nacht die Landkarte neu zeichnete.

Mit den Themen Küstenschutz und Deichbau befasste sich Klaas-Heinrich Peters, Baudirektor der Betriebsstelle Brake-Oldenburg des niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK), auf Einladung der Gästeführung Stedinger Land im Café 21. „Heute haben wir in der Wesermarsch die längste spezifische Deichlinie Deutschlands“, so Peters, „das allein darf uns aber nicht sicher machen.“ Nicht zuletzt deshalb habe das NLWK reagiert: „In den nächsten Jahren liegt der Schwerpunkt unserer Arbeit beim Küstenschutz." Und weiter: „Der besiedelte Raum hat einen Anspruch auf einen sicheren Deichschutz“, meinte Peters.

Ein Film des II. Oldenburgischen Deichbandes zeigte dem interessierten Publikum in eindrucksvoller Weise, was passiert, wenn der Deich bricht. Gisela Wenke, Gästeführerin und Frank Klimmeck, Pastor i.R., zeigten dann im Zuge einer ergreifenden Lesung die Folgen der Weihnachtsflut vom 25. Dezember 1717 auf. Tobias Schmidt begleitete sie mit zum Thema passenden Improvisationen am Klavier.

Die „Weihnachtsflut“ war die letzte schwere Sturmflut mit hohen Verlusten. Die späteren Fluten – 1825, 1855, 1906, 1962 und 1976 – richteten zwar große Schäden an den Deichen an, aber es kam im Jade-Weser-Raum nicht zu vergleichbaren Verlusten.