NEUENWEGE - Empfindliche Kosten drohen den Verursachern der Müllansammlung. Die Suche nach ihnen gestaltet sich aber nicht immer leicht.

Von Christian Schwarz

NEUENWEGE - Das Kopfschütteln hat er sich schon abgewöhnt. Kommissar Andreas Wieting, zuständig für Umweltfragen im Landkreis Oldenburg, schreitet den Graben an der Stichstraße ab, die vom Wesselsweg in Neuenwege abgeht. Das ist auch gut so, denn sein Kopf würde gar nicht mehr zur Ruhe kommen, bei all dem, was seinen Augen dort geboten wird. Eine wahre Mülldeponie hat sich hier angesammelt.

„Es fängt noch vergleichsweise harmlos an“, sagt der 44-Jährige. Nach ein paar blauen Mülltüten stößt er auf Farbeimer und Teppichreste, Holzplatten und sogar eine ganze Möbelgarnitur. „Die muss hier schon seit Jahren liegen“, mutmaßt Wieting. Von der Farbe her zu schließen, stimmt das. Das Polstersofa und die beiden Sessel haben sich der Umgebung bereits angepasst, kommen im blässlichen Grün daher.

An die Verursacher dieser Verschmutzungen zu gelangen, stellt sich nicht immer einfach dar. Nur selten finden sich Hinweise. Wieting ist also auch immer auf Zeugenaussagen angewiesen. Ist dann aber ein solcher Umweltsünder entdeckt worden, wird es teuer. Die Entsorgungskosten und ein Bußgeld kommen dann auf ihn zu. „Und das alles, um wenige Euro zu sparen“, staunt Wieting.

Denn bei der Mülldeponie in Neerstedt kann man normalen Hausmüll schon für 14 Cent pro Kilo entsorgen. In den Wertstoffhöfen werden zum Beispiel Kühlschränke und Elektrogeräte sogar umsonst entgegen genommen. Das Bußgeld hingegen liege je nach Ausmaß der Ordnungswidrigkeit bei 20 bis 500 Euro, schätzt Wieting.


Um eine Anzeige herum gekommen ist gestern gerade noch ein Bauer, der einen Kanister mit Schmierstoffresten liegen gelassen hat – pikanterweise unterhalb eines Schildes mit der Aufschrift „Abladen von Abfällen, Sträuchern usw. verboten“. Er habe am Vortag lange auf dem Feld gearbeitet und den Kanister dort vergessen, sagt er. Jetzt werde er ihn selbstverständlich mitnehmen.

Wieting nimmt es zur Kenntnis und hofft, dass das Müllabladen ein Ende hat. Denn die „Deponie am Straßenrand“ ist der Polizei nun bekannt.