Oldenburg - Die vermeintlich gute Nachricht erreichte die Oldenburger Mitarbeiter von Max Bahr kurz vor Weihnachten 2013: Der Standort habe eine Zukunft, hieß es. Die Handelskette Globus wolle an der Ammerländer Heerstraße einen neuen Baumarkt eröffnen. Den Termin gab Globus damals vage mit Herbst 2014 an. Vor Ort ist allerdings bislang wenig passiert. Der gelb gestrichene Flachbau steht nach wie vor leer – und macht durch die Farbschmierereien an der Fassade keinen schönen Eindruck. Auf dem Parkplatz sprießt ungestört das Unkraut.

Die Handelskette Globus wollte nicht nur in Oldenburg, sondern an vier weiteren ehemaligen Standorten von Max Bahr in Niedersachsen (Göttingen, Salzgitter, Wolfsburg und Braunschweig) neue Baumärkte eröffnen. Die Filialen sollten dann auf das Baumarktkonzept von Globus umgestellt werden.

Die zuständige Globus Fachmärkte GmbH & Co. KG in Völklingen beantwortet nur schriftliche Medienanfragen. Auf eine Anfrage der NWZ erklärte Globus-Fachmarkt-Sprecher Jörg Lehmann, dass noch kein Termin für die Neueröffnung feststehe. „Es wird voraussichtlich noch ein paar Monate dauern“, so Lehmann. Fragen zur geplanten Mitarbeiter-Zahl und zum voraussichtlichen Investitionsvolumen am Standort Oldenburg könnten derzeit nicht beantwortet worden.

Zur Erinnerung: Das Aus für Max Bahr war der letzte Akt der Insolvenz des Praktiker-Konzerns, der im Juli 2013 zahlungsunfähig wurde. Das Unternehmen mit einstmals mehr als 300 Märkten und rund 15 000 Beschäftigten zog auch das Tochterunternehmen Max Bahr in die Insolvenz. Zum 1. März 2014 war die Gesellschaft aufgelöst worden. 63 Filialen wurde an Nachfolgeunternehmen übergeben, die die Filialen in ihr Filialsystem eingliedern wollten.

Drei Jahrzehnte lang gab es Max Bahr in Oldenburg. Im Markt an der Ammerländer Heerstraße stand der Filiale eine Fläche von 7340 Quadratmetern zur Verfügung. Beschäftigt waren dort zuletzt 44 Mitarbeiter.


Nach Auskunft von Christian Vasenthien, für den Bereich Handel zuständiger Sekretär der Gewerkschaft Verdi, wechselten einige Max-Bahr-Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft. „Einige fanden auch eine neue Beschäftigung, der Großteil der Mitarbeiter ist aber in die Erwerbslosigkeit gegangen.“