Berne - Die Tage des Bolzplatzes neben der Oberschule in Berne sind gezählt. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung Wirtschaft und Tourismus hat am Dienstagabend mehrheitlich für die Änderung des Bebauungsplans Nr. 13 „An der Ollen“ gestimmt. Damit kann auf der Fläche eine Physiopraxis gebaut werden. Als Ersatz soll ein neuer Bolzplatz an der Sporthalle beim Kinnerpadd eingerichtet werden (die NWZ berichtete).
Wie Bürgermeister Franz Bittner in der Sitzung erläuterte, soll der neue Bolzplatz „im Frühjahr 2016“ entstehen. „Bis dahin kann der alte genutzt werden“, betonte der Verwaltungschef und griff damit eine Forderung der CDU-Fraktion auf.
„Aus meiner Sicht ist die Aufgabe des Bolzplatzes an dieser Stelle nicht sinnvoll“, lehnte Hauke Uphoff-Bartelds (Grüne) für seine Fraktion die Bebauungsplanänderung ab. „Wir sehen einen Bedarf dafür“, führte er aus. Auch die Schüler der Oberschule würden den Platz in den Pausen nutzen, allerdings durchaus dabei unter Aufsicht sein. Auch die von Anwohnern vorgebrachte Lärmbelastung insbesondere in den Abendstunden könne man „anders regeln“ als durch Aufgabe des Platzes.
Bernd Bremermann forderte für das Bürgerforum ebenfalls den Erhalt des Bolzplatzes im Ortskern. Es ginge um das Abwägen von Interessen für Jugendliche und einem örtlichen Betrieb. „Wir sehen die Interessen der Jugendlichen als vorrangig an“, sagte Bremermann. Sein Antrag, die Planung zu stoppen, wurde mehrheitlich abgelehnt.
Zuvor hatte Bürgermeister Franz Bittner die Planung verteidigt. Die Verlagerung des Bolzplatzes um rund 700 Meter zur Sporthalle sei älteren Kindern zuzumuten. Ein Bolzplatz im Wohngebiet sei allgemein problematisch etwa wegen der Lärmbelästigung. Und zurzeit sei es so, dass Kinder und Jugendliche vom Ortsrand den Weg zum Ortskern auf sich nehmen müssten. „Wir werden immer in irgendeiner Form Kinder haben, die anfahren müssen“, meinte Bittner.
Die angedachte Verlagerung der Praxis zur Oberschule schaffe „endlich genug Platz am Breithof für die Verwaltung“, ergänzte er. Dann würde es beispielsweise auch möglich sein, weitere junge Leute zu beschäftigen.
Auf Nachfrage räumte Franz Bittner ein, dass es eine „Angebotsplanung“ sei, also noch keine konkrete Bauanfrage vorliegen würde. Aber, um jeden Zweifel zu beseitigen, führte er weiter aus: „Es wird dort gebaut werden.“
Laut Planunterlagen bleibt der vorhandene Spielplatz neben dem Bolzplatz erhalten.
