Munderloh - Er ist ein klassischer landwirtschaftlicher Familienbetrieb, wie es in Deutschland immer weniger werden. Doch Mutter Rita Spannhake und ihre Söhne Michael und Tobias wollen die Existenz des erstmals 1774 erwähnten Hofes sichern. Dafür, anders geht es heutzutage nicht mehr, müssen sie investieren und expandieren.
Hoffnungsvolle Nachricht
Ein Boxenlaufstall für maximal 65 Kühe soll wenige Meter hinter dem Hof entstehen. Doch die Baugenehmigung zieht sich schon lange hin – die NWZ berichtete bereits am 20. August 2014 von dem Vorhaben: „Rinderhaltern droht die Luft auszugehen“, lautete damals die Überschrift.
Mitglieder des SPD-Strategiekreises „Landwirtschaft, Energie und Umwelt“, Mitglieder der SPD-Kreistagsfraktion, Dr. Heike Burghardt (Vorsitzende des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt), der parteipolitische Sprecher im Bau- und Planungsausschuss Uwe Hollmann, Bundestagsabgeordnete Susanne Mittag, ihr Vorgänger Holger Oertel und Landtagsabgeordneter Axel Brammer haben jetzt den landwirtschaftlichen Betrieb Spannhake in Munderloh wieder besucht – und sie brachten eine hoffnungsvoll stimmende Nachricht mit. Nach Informationen des Strategiekreissprechers Heinz-Jürgen Greszik liegen die erforderlichen Gutachten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bei der Genehmigungsbehörde (Landkreis Oldenburg) endlich vor. In dem Verfahren seien nur noch einige wenige Fachstellen zu beteiligen.
Nach Aussage des Bauordnungsamtsleiters Peter Nieslony stehen der so genannten BImSCH-Genehmigung – sie regelt den Umweltschutz vor Immissionen – keine grundsätzlichen Bedenken mehr entgegen. Der Landkreis bemühe sich, den landwirtschaftlichen Betrieben alle Unterstützung für deren Entwicklung zu geben. Der Bauernhof mit Rindviehhaltung – 30 Kühe werden gemolken, viele Kälber gemästet – ernährt die Familie. Dauerhaft würde es so aber nur für Landwirtschaft im Nebenerwerb reichen.
Söhne mit Zukunftsvision
Die Söhne Michael und Tobias Spannhake wollen den 1991 übernommenen Betrieb dagegen in die Zukunft führen. Sie wollen künftig mit mehr Kühen wirtschaften, um weiterhin ein Auskommen zu haben. Ihr Plan: Milchvieh züchten, bereits an Boxenlaufställe und Melkroboter gewöhnen und dann an Milch produzierende Betriebe verkaufen. Zu scheitern drohte der Bau des erforderlichen Boxenlaufstalls für maximal 65 Tiere an der Luft. Denn die Geruchsbelastung durch die Landwirtschaft ist in Munderloh so groß, dass Erweiterungen landwirtschaftlicher Betriebe nur noch sehr schwer genehmigt werden können.
So richtig freuen wollen sich die Spannhakes allerdings erst, wenn sie alles Schwarz auf Weiß von den Behörden haben. Dann soll der Bau schnell beginnen.
Milch-Preise im Keller
Vielleicht spielt ja auch einmal die Zeit in die Hände der Landwirtsfamilie. Zurzeit sind die Preise für Milch und damit auch für Milchvieh ziemlich im Keller. „Etwa 500 Euro pro Tier weniger als im Vorjahr“, sagt Michael Spannhake. Schuld daran, waren sich die Gäste auf dem Hof einig, sind die vielen Konflikte in der Welt, die den Handel empfindlich beeinträchtigen.
