Lemwerder - Die Airbus-Weser-Fluggemeinschaft, Segelflugverein aus Lemwerder, möchte in Bardewisch im Bereich zwischen der Industriestraße und Motzener Straße einen Segelflugplatz errichten und hat dies Ende 2013 mit einer amtlichen Bekanntmachung öffentlich gemacht.
Bis vor zwei Jahren konnte der Verein den Flugplatz in Lemwerder nutzen, dann wurde ihm gekündigt. Daraufhin hat der Verein mit einem Lemwerderaner Landwirt über die Pacht einiger Ländereien verhandelt und seine Vereinsaktivitäten seitdem als Gast auf auswärtigen Segelflugplätzen weiter geführt, berichtet der Vorsitzende Christoph Muschner. Man einigte sich über die Pacht und der Verein holte ein Eignungs- und ein Lärmschutzgutachten ein, die für die Erteilung der Genehmigung als Sonderlandeplatz des Flurstücks nötig sind, und reichte den Antrag bereits im April 2013 bei der zuständigen Luftfahrtbehörde der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg ein.
Nun ist das Genehmigungsverfahren soweit fortgeschritten, dass es ab Montag, 6. Januar, in die öffentliche Auslegung geht und Träger öffentlicher Belange zu dem Vorhaben Stellung nehmen können.
In einer offenen E-Mail hat dies der Nabu Stedingen bereits getan. Die Naturschützer möchten den Bau des Segelflugplatzes gern verhindern und würden dem Verein das Grünland sogar „zu marktüblichen Konditionen“ abkaufen, schreibt Nabu-Vorstand Hartmut Drebing.
Dieser Vorschlag sei aber keine Alternative, sagt Muschner. Abgesehen davon, dass der Verein das Gelände nur pachte, könne der Verein auch gleich aufgelöst werden, wenn man auf das Angebot des Nabu einginge. „Wir möchten zurück nach Lemwerder, etwas anderes wäre unseren Mitgliedern auch gar nicht zu vermitteln“, so der Vorsitzende der Segelflieger.
Die Begründungen des Nabu, nämlich dass das betroffene Flurstück Brut- und Rastfläche für Wiesenvögel sei und im aktuell gültigen Landschaftsrahmenplan des Landkreises Wesermarsch von 1992 als naturschutzwürdiges Gebiet klassifiziert wurde, lässt er nicht gelten. Derzeit werde die Fläche noch intensiv genutzt – „Mit Kühen und Düngen und allem Drum und Dran“, so Muschner. Eine Nutzung des Geländes als Segelflugplatz hingegen sei extensiv und käme damit den Wünschen des Nabu entgegen. Erfahrungen hätten gezeigt, dass sich die Tierwelt durchaus mit dem Betrieb eines Segelflugplatzes vereinbaren lasse. Zudem werde keine befestigte Start- und Landebahn angelegt, allerdings müssten einige Grüppen umgelegt und das Gelände etwas umgearbeitet werden. Muschner hofft nun, dass die Bedenken des Nabu ausgeräumt werden können. Sollte das Verfahren planmäßig abgeschlossen werden können – optimistisch geschätzt könnte es im Mai soweit sein – würde es nach seiner Einschätzung aber sicher noch bis Mitte 2015 dauern, bis die ersten Segelflieger wieder aus Lemwerder starten können.
Vom 6. Januar bis 6. Februar liegt der Antrag des Segelflugvereins noch in den Rathäusern der Gemeinden Lemwerder und Berne aus und kann dort zu den Geschäftszeiten eingesehen werden.
