Etzel - Der Ölunfall in Etzel könnte eine andere Ursache haben als die bisher seitens der Betreibergesellschaft IVG Caverns genannte: Nach Angaben der Bürgerinitiative Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx soll ein neuer Zeuge aufgetreten sein.
Dieser habe ein Gespräch mit einem Feuerwehrmann verfolgt, nach dessen Angaben das Öl nicht vom Sammelverteilerplatz 10 gekommen, sondern aus der Grabenflanke der Schiffsbalje gesprudelt sein soll.
Erst dann, so zitiert die Bürgerinitiative den Zeugen, habe sich das Öl in Richtung Sammelverteilerplatz 10 verteilt. In diesem Falle könne das Entlüftungsventil auf dem Verteilerplatz 10, das bisher als Austrittsstelle genannt wurde, nach Aussagen der Bürgerinitiative Lebensqualität keinesfalls ursächlich für den Ölaustritt am 17. November gewesen sein.
Der Staatsanwaltschaft Aurich soll die neue Zeugenaussage einschließlich Skizzen laut Mitteilung der Bürgerinitiative vorliegen. Die Bürgerinitiative selbst hatte nach eigenen Angaben von der Zeugenaussage erst am späten Freitagnachmittag erfahren. Von der Staatsanwaltschaft Aurich war am Freitagnachmittag diesbezüglich keine Stellungnahme mehr zu erhalten.
Die neuen Zeugen, die es geben soll, möchten laut Mitteilung der Bürgerinitiative Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx derzeit noch nicht in der Öffentlichkeit namentlich genannt werden. Nach Angaben der Bürgerinitiative sollen die Namen jedoch der Staatsanwaltschaft bekannt sein.
Der Vorsitzende der Bürgerinitiative Lebensqualität Horsten-Etzel-Marx, Franz Kreutzburg, erklärte am Freitagnachmittag gegenüber der NWZ: „Wenn es so ist, ist das für mich ein Skandal ersten Ranges. Dann kommt einiges ins Rollen. Da muss was passieren.“
Nach bisherigen offiziellen Angaben sind am 16. und 17. November auf dem Kavernengelände in Etzel 40 Kubikmeter Öl ausgetreten. Laut Erklärung der Betreibergesellschaft IVG Caverns ist ein Entlüftungsventil nicht geschlossen gewesen und der Vorfall erst 20 Stunden nach der letzten Kontrolle auf dem Verteilerplatz bemerkt worden. Das Erdöl gelangte über Wasserzüge bis in das Ellenserdammer Tief bei Ellenserdammersiel. Zur Sanierung sind etwa 820 Kubikmeter Öl-Wasser-Gemisch abgepumpt worden, mehrere hundert Kubikmeter verschmutzter Boden wurde abgetragen.
280 Helfer von Feuerwehren aus Wittmund und Friesland sowie Helfer des Technischen Hilfswerks waren mehr als eine Woche lang im Dauereinsatz, um die Gefahren für die Umwelt abzuwehren.
