NEUSCHARREL - Im Mittelpunkt der gut besuchten Generalversammlung des Handels- und Gewerbevereins Neuscharrel (HGV) standen am Donnerstagabend die „Informationen über aktuelle Themen“ durch Friesoythes von Bürgermeister Johann Wimberg. HGV-Vorsitzender Balduin Flatken begrüßte den Bürgermeister als „Sympathieträger von Friesoythe“.
Drei Themenkreise beherrschten die Ausführungen des Bürgermeisters: Das Problem der Massentierhaltung und die daraus resultierenden Schwierigkeiten, die angelaufene Dorferneuerung und die Situation des C-Ports. Zum ersten Thema führte Wimberg aus, dass die Stadt Friesoythe einen Spagat vollführen müsse zwischen den Interessen der Landwirtschaft und denen der Bürger. Dabei gelte folgender Grundsatz: Eine negative Planung dürfe es nicht geben und sei juristisch anfechtbar. Andererseits sei die Entwicklung der Landwirtschaft an ihre Obergrenze gestoßen. Laut Immissionsgutachten dürften nur noch nach Absenkung der Immissionen um mindestens 30 Prozent wieder neue Wohnbau- und Gewerbegebiete ausgewiesen werden. Das Bundesbaugesetz begünstige einseitig die Landwirtschaft.
Als positiv bezeichnete Wimberg die Dorferneuerung für jeden Ort, weil daran alle Einwohner beteiligt seien. Als Zielprojekte in Neuscharrel nannte er für 2010 den Bau und die Fertigstellung des multifunktionalen Dorf- und Festplatzes mit Zuwegung. Für 2011 sei die Erneuerung der Ortsdurchfahrt mit einer Fußgänger-Druckampel, die Modernisierung der Straßenbeleuchtung, die Erweiterung der Schmutzwasserkanalisation und der Radwegebau entlang der Achterhörner Straße geplant.
Die Entwicklung des C-Ports habe leider infolge der Wirtschaftskrise einen Rückschlag erlitten, sagte Wimberg. Dennoch lägen neue Anfragen für Betriebsansiedlungen vor. In einer lebhaften Diskussion vertieften die HGV-Mitglieder die Ausführungen des Bürgermeisters.
Ausführlich wurde die Möglichkeit erörtert, Gewerbebetriebe auch innerhalb der Ortschaft oder vielleicht bereits schon auf für den C-Port vorgesehenen Reserve-Flächen an der Hauptstraße ansiedeln zu können
Nach diesen vielen Ausführungen und der langen Diskussions- und Fragerunde gerieten die Tagesordnungspunkte der HGV-Generalversammlung ins Hintertreffen. In seinem Jahresrückblick sagte HGV-Vorsitzender Flatken: „Trotz aller Skepsis war 2009 ein gutes Jahr für unsere Unternehmen. Aber haben wir die Krise schon überwunden?“
Kassenwart Holger Lüpkes verwies auf eine zufriedenstellende Kassenlage des HGV Neuscharrel. Stefan Ewen wurde zum neuen zweiten Kassenprüfer des HGV gewählt.
