NEUSCHARREL - Zwischen Gehlenberg und Neuscharrel sind offenbar weit mehr Hähnchenmastställe geplant, als bislang bekannt ist. Zusätzlich zu den beantragten drei Mastanlagen mit acht Ställen und 372 000 Tierplätzen planen Landwirte aus Gehlenberg den Bau weiterer Ställe vor den Toren Neuscharrels. Die Rede ist von dann insgesamt 600 000 Mastplätze für Hähnchen in gut 1000 Metern Entfernung vom Neuscharreler Dorfkern.

Für den 950-Seelen-Ort Neuscharrel kann die Abluftbelastung aus Hähnchenställen jedoch noch weit größere Dimensionen annehmen: Weitere zehn Großställe mit mehreren hundertausend Tierplätzen sollen nach NWZ -Informationen im wenige Kilometer entfernten Nachbarort Hilkenbrook (Landkreis Emsland) geplant sein. Schon jetzt befinden sich zwischen Neuscharrel und Neulorup gut 2000 Meter vom Ort entfernt Hähnchenmastanlagen für eine Million Tiere.

In Neuscharrel formiert sich derweil zunehmender Protest gegen weitere Ställe. Balduin Flatken, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins (HGV): „Ich halte das für sittenwidrig. Wir lehnen den Bau der Ställe ab. Die Entwicklung Neuscharrels würde massiv gebremst.“ Ortsvorsteher Hans-Gerd Eilers befürchtet negative Auswirkungen auf die Wohn- und Gewerbegebiete des Ortes. In mehreren Fällen hätten Gewerbetreibende und Wohnbauwillige bereits signalisiert, auf ihre Bauvorhaben in Neuscharrel zu verzichten. Der Ortsvorsteher fordert ein „flächendeckendes Emmissionsgutachten für die Region. Eilers: „Sonst können irgendwann unsere Enkel hier nicht mehr leben.“

Werner Fuhler, Vorsitzender des Heimatvereins Neuscharrel, teilt die Befürchtungen. Das angelaufene Millionen-Projekt „Dorferneuerung“ werde stark beeinträchtigt. Fuhler: „Diese Entwicklung ist den Menschen nicht mehr zumutbar.“