NEUSCHARREL/OLDENBURG - Fassungslosigkeit und tiefe Trauer: In der Volksbank Oldenburg hat der plötzliche Tod von Bankvorstand Hermann Schaa tiefe Spuren hinterlassen. Der 58-jährige Neuscharreler war am Freitag – die NWZ berichtete – an medizinischen Komplikationen nach einer orthopädischen Operation verstorben.

„Sein Tod reißt eine riesige Lücke“, sagte am Montag Manfred Kater, Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank und zugleich Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. „Wir haben uns ganz bewusst entschieden, aus Respekt vor Hermann Schaa erst einmal innezuhalten, bevor wir über die Frage nachdenken, wie diese Lücke zu schließen ist.“

Mitarbeiter und Gremien müssten die Nachricht erst einmal begreifen und dann langsam verarbeiten.

Kater bezeichnete die 2005 erfolgte Fusion der Volksbanken Oldenburg und Ammerland-Süd als Lebensleistung des Verstorbenen. Er habe nicht nur die Fusion maßgeblich gestaltet, sondern die Mitarbeiter der beiden Institute auf den Weg mitgenommen und die Atmosphäre der neuen Bank geprägt: „Das war sein Erfolg.“

Schaa sei aus Sicht der Volksbank zwar „durch und durch Ammerländer“ gewesen, habe sich aber sehr für Oldenburg engagiert. Sein Einsatz für die Aktion „Oldenburger und Oldenburgerin des Jahres“, mit der NWZ und Volksbank die stillen Helfer in der Stadt ehren, habe dies demonstriert: „Hermann Schaa hat die Bank in Oldenburg in hervorragender Weise repräsentiert“, so Kater. Schaa hatte sich in der Volksbank Ammerland-Süd vom Angestellten zum Vorstand hoch gearbeitet. Zuvor hatte der Bauernsohn aus Neuscharrel drei Ausbildungen absolviert: Landwirt, Großhandelskaufmann und Bankkaufmann.


Auch Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner zeigte sich tief betroffen: „In Hermann Schaa verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit des Bankenplatzes, die sich auch außerhalb des Bankgeschäftes für zahlreiche Aufgaben und Projekte des öffentlichen Lebens engagiert hat.“ Verdient gemacht habe er sich in besonderer Weise auch beim Stadtmarketing.

In Neuscharrel engagierte sich Schaa beim Männergesangverein „Harmonia“. Schaa war Vorstandsmitglied von „Harmonia“ und als Schriftführer tätig. Mit seinen Skatbrüdern traf sich Schaa – wenn es der Beruf zuließ – zu einer Skatrunde.