NEUSTADT AM RüBENBERGE - Kellermeister Dietrich Walloschke hört das laute Knallen beim Entkorken der Sektflasche an Silvester gar nicht so gerne. Dadurch entweiche die Kohlensäure – das typische Prickeln des Schaumweins geht verloren. Zum Entfernen des Korkens empfiehlt der Fachmann, die Flasche statt des Korkens zu drehen und darauf zu achten, dass beim Öffnen nur ein leichtes „Plopp“ zu hören ist. Walloschke arbeitet bei Duprès & Co. in Neustadt am Rübenberge, der einzigen Sektkellerei Niedersachsens.

Dort herrscht derzeit Hochbetrieb. „Die Sektkellereien machen vor dem Jahreswechsel etwa 15 bis 20 Prozent ihres Umsatzes“, schätzt Ralf Peter Müller, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Sektkellereien. „Es gibt eine klare Weihnachts- und Silvestersaison“, sagt der Inhaber von Duprès, Jochen Plinke.

Seit 1888 wird in den kühlen und dunklen Gewölben von Schloss Landestrost Sekt verarbeitet. Gegründet wurde die Sektkellerei von Fritz Kollmeyer, nachdem er zum Einkauf von Weinen in der Champagne war. Er bat einen Hoteldiener, in seine Firma einzutreten – des klangvollen Namens wegen. Heute produziert der Kleinbetrieb in der Nähe von Hannover 400 000 Flaschen Sekt im Jahr. Außerdem hat das Unternehmen eine Niederlassung bei Worms sowie Produktionsstandorte in der Nähe von Reims in Frankreich und in Treviso in Italien.

„Wir versenden weltweit unsere Produkte“, berichtet Plinke, Inhaber in der vierten Generation. Auch bei Empfängen der Landesregierung wird „Niedersachsensekt“ ausgeschenkt. Verkaufsschlager seien die Sorten „Cuvée Louise“ und der Rosé-Sekt.

Damals wie heute wird der Sekt in den Kasematten des Neustädter Schlosses nach der Methode der traditionellen Flaschengärung hergestellt. Bei diesem Verfahren bleibt der perlende Wein bis zum Genuss in derselben Flasche. „In den Gewölben herrscht ganzjährig eine Temperatur von 14 Grad“, sagt Walloschke.


Die Grundweine kommen aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien. Nach der Zugabe von Champagnerhefe und Zucker wird die Flasche mit einem Kronkorken verschlossen, und der Wein beginnt zu gären. Erst nach mindestens neun Monaten werden die Flaschen mit dem Kopf nach unten in sogenannte Rüttelpulte gesteckt. „Je länger ein Sekt reift, umso feiner werden die Perlen und umso besser die Qualität“, erläutert Walloschke. Mit dem Genuss sollte dagegen dann nicht zu lange gewartet werden. „Anders als Wein wird Sekt nicht mit der Zeit besser.“

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