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Feuerschaden Neustart bereits fest im Blick

Jens Schönig

Elsfleth - „Der 15. Februar ist unser zweiter Geburtstag“, sagt Ilona Ziemke (53). Gemeinsam mit Ehemann Edgar (56) erzählt sie von der Nacht, in der die Familie aus Sandfeld durch ein Feuer ihr gesamtes Hab und Gut verlor. „Wir wollten gerade ins Bett, als ich ein komisches Knacken aus dem Flur hörte.“

Durch die Dachluke im Flur sah Edgar Ziemke das Feuer. „Wir haben unsere Tochter geweckt und ohne Panik das Haus verlassen“, erinnert sich Ilona Ziemke. „Und als wir gerade vor der Eingangstür standen, stürzte hinter uns das Dach ein. Hätten wir nur etwas später reagiert, wären wir jetzt alle tot.“

Das Reetdachhaus aus dem Jahre 1912 wurde bei dem Brand völlig zerstört. Ziemkes hatten es erst vor zwei Jahren gekauft und erst im vergangenen Herbst das Dach neu eindecken lassen. Ursache für den Brand war laut Ermittlern ein technischer Defekt im Hauswirtschaftsraum. „Die Kabel waren beim Bau des Hauses unter dem Putz mit normalen Nägeln in den Wänden befestigt“, erklärt Edgar Ziemke. „Der Kurzschluss, der zu dem Feuer führte, hätte also auch schon vor Jahren entstehen können.“

Noch in der Nacht erfährt die Familie eine Welle der Hilfsbereitschaft. „Die Nachbarn haben sich die ganze Nacht um uns gekümmert und auch anschließend geholfen wo sie konnten“, erzählt Ilona Ziemke. Die Stadt stellte kurzfristig eine Wohnung zur Verfügung, die sie ursprünglich als Flüchtlingsunterkunft angemietet hat und die derzeit leersteht. „Dort wollten wir aber so schnell wie möglich wieder raus, weil die Wohnung in sehr schlechtem Zustand war“, sagt Ilona Ziemke.

Hilfe über Facebook

Tochter Alicia und Schwiegertochter Melina Simon starten unterdessen Aufrufe auf einigen Facebook-Seiten, auch bei der NWZ. Wieder lassen die Hilfsangebote der Elsflether nicht lange auf sich warten. „Wir haben viele Angebote bekommen“, sagt Ilona Ziemke. Durch die Seite „Elsfleth soll attraktiver werden“ kommt auch der Kontakt zu einer Vermieterin auf Amrum zustande, die ihr Ferienhaus in Oberhammelwarden zur Verfügung stellt. Dort kann sich die Familie die Zeit nehmen, die sie braucht, um wieder zur Ruhe zu kommen.


Zur Ruhe kommen soll auch Hündin Ellie. Für sie sucht die Familie derzeit eine Unterkunft. „Sie ist jetzt durch die Ereignisse und die neue Umgebung völlig durch den Wind“, sagt Edgar Ziemke. „Es wäre toll, wenn wir liebevolle Pflegeeltern für sie finden, bis wir sie wieder in unser neues Zuhause holen können.“

Denn ihren Neustart haben Ilona und Edgar Ziemke schon fest im Blick. „Wir werden auf dem alten Grundstück wieder ein Haus bauen“, ist Edgar Ziemke entschlossen. „Aber ein Reetdach wird das neue Haus nicht mehr bekommen.“

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